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USA steigert GVO-Anbau erneut

Maisanbau
© fotolia/marchello74
von , am
11.07.2013

Die USA erweiterte 2013 erneut die gv-Anbaufläche um eine Million Hektar. Vor dem Hintergrund der Freihandelsgespräche ist die Angleichung der Standards angesichts der Einfuhr von gv-Produkten strittig.

Maisanbau
Während die US-Farmer mehr Sojabohnen anbauen dürften, soll die Maisfläche sinken. © fotolia/marchello74
Seit Montag finden Verhandlungen zwischen der EU und den USA zum transatlantischen Freihandel statt. Damit könnte die weltgrößte Freihandelszone entstehen, die das Wirtschaftswachstum der beiden ankurbeln soll. Neben dem Abbau von Zöllen sollen auch die unterschiedlichen Normen und Standards der Länder angeglichen werden. Agrarministerin Ilse Aigner warnte vor möglichen Risiken, sollten bestehende Gesetze in den Bereichen Gentechnik und Fleischproduktion ausgehebelt werden.
 
Strittig ist vor allem die Einfuhr von gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermittel aus den USA. Über 90 Prozent des angebauten Mais, Soja und Raps in den USA sind getechnisch verändert. 2013 ist die gv-Anbaufläche erneut auf 70 Millionen Hektar gestiegen.

Rekordanbau von gv-Mais

Bei Mais und Sojabohnen sind die Anbauflächen 2013 weiter gestiegen, während es bei Baumwolle einen deutlichen Rückgang gibt. In diesem Frühjahr wurde auf einer Gesamtfläche von 70 Millionen Hektar gv-Saatgut ausgebracht, etwa eine Million Hektar mehr als im Vorjahr. Die Maisflächen erreichen 2013 mit 39,34 Millionen Hektar einen Rekordwert. Die US-Landwirtschaft erwartet eine um zwei Prozent höhere Ernte als 2012. Der Anteil der gv-Sorten ist in der diesjährigen Vegetationsperiode noch einmal um zwei auf nunmehr 90 Prozent gestiegen. Das ergibt eine zusätzliche mit gv-Mais bewirtschaftete Fläche von fast einer Million Hektar. Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) der im Frühjahr 2013 ausgebrachten gv-Maissorten verfügt über mehrere Insekten- und Herbizidresistenzen.
 

gv-Soja steigt, gv-Baumwolle sinkt

Bei Sojabohnen bleibt die Gesamtfläche in den USA auf einem konstant hohen Niveau. Gegenüber 2012 hat sie leicht auf 31,4 Millionen Hektar zugenommen. Der Anteil an gentechnisch veränderten Sojabohnen liegt unverändert bei 93 Prozent. Nach wie vor werden ausschließlich herbizidresistente gv-Sojabohnen angebaut.
 
Rückläufig entwickelt sich dagegen der Anbau von Baumwolle. Die Flächen gehen insgesamt auf 4,14 Millionen Hektar zurück. Auch der Anteil an gv-Sorten sinkt um vier auf nunmehr 90 Prozent. Daher liegen die mit gv-Baumwolle bewirtschafteten Felder um knapp einer Million Hektar unter der Fläche des Vorjahres. Nicht in der offiziellen Agrarstatistik der US-Landwirtschaftsbehörde ausgewiesen sind Flächenanteile für gv-Sorten bei anderen Kulturarten. Angebaut werden gv-Raps und gv-Zuckerrüben - fast ausschließlich gv-Sorten - sowie gv-Alfalfa.
 

Freihandel: BÖLW fordert strenge Standards

Nach eigenem Bekunden sei es den USA ein wichtiges Anliegen, dass die Europäer ihren Widerstand gegen Agro-Gentechnik und Hormonmast aufgeben, was für die Ökologische Lebensmittelwirtschaft ein "No Go" ist, schreibt der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in einer Pressemeldung. "Wir lehnen globalen Handel nicht grundsätzlich ab", erläutert Löwenstein die Haltung der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft. "Es dürfen weder die gegenseitige Bio-Anerkennung noch die jetzt anstehenden Verhandlungen dazu führen, dass die hohen EU-Standards an Umwelt- und Verbraucherschutz und das kulturelle Grundverständnis davon, wie Landwirtschaft und Ernährung in unserer Gesellschaft aussehen, zur Disposition gestellt werden," warnt der BÖLW-Vorsitzende. Richtlinie müsse laut BÖLW  sein, die strengsten Standards zum Ziel der Verhandlungen zu machen.
 
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