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USDA-Bericht lässt Weizen und Rapspreise weiter steigen

von , am
14.01.2011

Mannheim/München - Die Preise für Agrarrohstoffe sind zum Ende des letzten Jahres kräftig gestiegen. Vor allem Weizen und Raps verbuchte große Gewinne. Die positive Tendenz setzt sich auch zu Beginn 2011 fort.

© Goos_Lar/Fotolia

Mahlweizen:
USDA-Bericht sorgt für weiteren Preissschub

Der Mahlweizen beendete das Jahr 2010 mit einem beeindruckenden Zuwachs von 93 Prozent auf Jahressicht. Damit war der Matifweizen der performancestärkste Agrarrohstoff. Ausgangpunkt für diese Rally war ein Exportverbot Russlands nach einer verheerenden Dürre in der zweiten Jahreshälfte. Im weiteren Verlauf der Kampagne beherrschten ungünstige Witterungsbedingungen in Australien und den USA den Weizenmarkt. Im neuen Jahr konnten die Futures an die positive Bilanz anknüpfen und erhielten durch den neuesten USDA-Bericht am Mittwochnachmittag einen weiteren Schub, der weniger auf bullische Meldungen für den Weizen ausgelöst wurde.

Unterdessen steuert Frankreich aufgrund des hohen Tempos der Exporte, trotz verhältnismäßig hoher Produktionsmenge von 35,6 Millionen Tonnen auf die niedrigsten Endbestände (1,96 Millionen Tonnen) der letzten 20 Jahre zu. Der physische Markt setzte die Preissteigerung der letzten Tage zunächst nur zögerlich um. Für B-Weizen franko Hamburg, Basis Januar wurde zum Anfang der Woche mit 260 Euro je Tonne besprochen. Die Umsatztätigkeit war jedoch als gering zu bezeichnen.

Ölsaaten:
Rapspreise weiter steigend

Die Notierungen an der Matif kletterten in 2010 um mehr als 200 Euro je Tonne was einer Performance auf Jahressicht von 72 Prozent entspricht. Die psychologische Marke von 500 Euro je Tonne konnte nachhaltig gehalten werden. Nach Veröffentlichung des neuen USDA-Berichts am Mittwoch stiegen die Kurse nochmals kräftig an und das Allzeithoch vom Februar 2008 rückte in greifbare Nähe. Die im Frühjahr 2010, aufgrund eines Brands vorübergehend geschlossene Ölmühle Bunge Mannheim könnte zur neuen Ernte wieder mit der Produktion beginnen. Auf dem physischen Markt konzentrierte sich die Nachfrage in den letzten Tagen, anders als noch zum Ende des Jahres 2010 eher auf die Liefertermine 4-6. Das Prämienniveau für Ware mit Nachhaltigkeitszertifikat ist weiterhin auf sehr hohem Niveau. Im Großhandelsbereich wurde zu Beginn der Woche Rapssaat ab Station Niederrhein mit 530 Euro je Tonne diskutiert.

Braugetreide:
Wenig Handeslaktivitäten

Am Markt für Braugerste ist zuletzt nur wenig Aktivität erkennbar gewesen. Die Nachfrage ist vorhanden, Geschäfte kommen aber aufgrund mangelnder Abgabebereitschaft nur sporadisch zu Stande. Im Zuge der allgemein freundlichen Stimmung an den Warenterminmärkten stieg auch das Preisniveau merklich an. Am Anfang der Woche wurden Preise für vordere Ware von bis zu 270 Euro je Tonne genannt.

Futtergetreide
Preise auf hohem Niveau 

Die Umsätze an der Londoner Terminbörse Liffe sind in diesem Jahr noch verhältnismäßig gering. Das Preisniveau verharrt dennoch auf hohem Niveau in der Nähe des Allzeithochs. Auf dem deutschen Markt ist die Nachfrage weiterhin hoch, da viele Verarbeiter aufgrund des hohen Preisniveaus der letzten Wochen ihre Warenzukäufe bis zum letzten Moment aufgeschoben hatten. Nennenswerte Preissenkungen traten jedoch nicht ein, sodass nun erhöhter Eindeckungsbedarf besteht. (ks agrar)

 

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