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USDA: Eiweißfutter vorerst knapp

© landpixel
von , am
14.08.2012

Washington - Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) rechnet bis zum Frühjahr mit einer knappen Eiweißfutterversorgung. Auch bei Gerste liegen die Bestände auf einem historischen Tief.

2014 wurden etwa 10.000 Hektar Sojabohnen in Deutschland angebaut. © landpixel
Soja: Eiweißfutter bis zum Frühjahr knapp
 
Die Hitzewelle in den USA drückt auch die US-Sojaernte deutlich nach unten. Damit wird das Angebot bis zur neuen südamerikanischen Ernte (März bis Mai) knapp.
 
Für die globale Gesamtbilanz rechnen die US-Experten zwar damit, dass ein Teil der US-Verluste durch eine Anbau- und Produktionsexpansion in Südamerika kompensiert werden kann. Allerdings wird das südamerikanische Soja erst im September/Oktober gepflanzt. Bis zu Ernte vergehen also noch einige Monate mit einem äußerst knappen globalen Angebot. Die zurückliegende Ernte in Südamerika blieb nämlich wegen der Trockenheit in Argentinien und Südbrasilien deutlich unter den Erwartungen.
 
Mit dem Produktionseinbruch in den USA schrumpft natürlich auch das Exportpotential des wichtigsten Eiweißfutters deutlich.

Reis: Ausreichende Versorgung, stabile Preise

Im laufenden Wirtschaftsjahr könnte die globale Reisproduktion erstmals seit 2006/2007 hinter dem wachsenden Verbrauch zurückbleiben. Die Versorgung ist dennoch sicher.
 
Ein Grund für die kleinere Produktion sind die Auswirkungen des schwachen Monsuns auf die Ernte in Indien, dem weltweit zweitgrößten Reisproduzenten. Allerdings sind die Lagerbestände sowohl bei den großen Produzenten und Verbrauchern als auch bei den Exporteuren so groß, dass die Bilanzlücke bislang keinen Einfluss auf die Markt- und Preisentwicklung hatte.
 
Anders als bei Weizen, Mais oder Soja blieben die globalen Reispreise seit April nahezu stabil und auch die Meldungen aus Indien über eine kleinere Ernte und geringere Exporte haben daran nichts geändert. Zudem wäre die erwartete Gesamtproduktion mit 463 Millionen Tonnen (Mio. t) immer noch die bislang zweitgrößte Ernte überhaupt. 

Gerste: Bestände auf historischem Tief

Die vom US-Landwirtschaftsministerium (USDA) im August nochmals reduzierte Ernteprognose von 131 Millionen Tonnen (Mio. t) deckt nicht den globalen Bedarf von 133 Mio. t. Damit sinken die Bestände unter die Marke von 20 Mio. t und damit auf einen historischen Tiefstand. Der Export wurde mit 16,5 Mio. t im Vergleich zur Juliprogose unverändert gelassen, bewegt sich aber gut zwei Millionen Tonnen unter dem Vorjahreswert.
 
Für die Europäische Union schätzt das USDA die Gerstenernte auf 52,9 Mio. t und damit fast eine Million Tonnen niedriger ein als im Juli. Grund sind Produktionskürzungen gegenüber dem Vormonat von jeweils etwa vier Prozent für Deutschland (9,2 Mio. t) und Frankreich (10,3 Mio. t) sowie von elf Prozent für Spanien (5,8). Damit deckt die europäische Gesamtproduktion gerade so den Bedarf von 52,2 Mio. t. Die Bestände schmelzen wegen der keineswegs komfortablen Versorgung stärker ab als erwartet und sind mit 3,5 Mio. t fast eine Million Tonnen niedriger als im Juli erwart wurde (1,5 Mio. t niedriger als im letzten Jahr).
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Mais wird sehr knapp und teuer

Die Auswirkungen der Hitzewelle in den USA auf die dortige Maisernte und damit auf das globale Angebot für das wichtigste Futtergetreide sind dramatisch. 
 
Im August hat das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die erwartete Erntemenge im Vergleich zum Juli um weitere 17 Prozent (%) (55 Mio. t) auf 274 Mio. t nach unten korrigiert. Damit schrumpft auch das Exportpotential des weltweit größten Maisexporteurs USA dramatisch zusammen und gleichzeitig klafft zwischen Produktion und Bedarf eine große Lücke. Angesichts der ebenfalls schwachen Weizenernte ist diese Lücke nur über einen Rückgriff auf die Lagerbestände zu füllen.
 
Damit wird Mais am Weltmarkt bis zu neuen Ernte in Südamerika knapp sein und die Preise bleiben hoch. Davon gehen sowohl das USDA als auch private Analysten aus. Gleichzeitig werden die Futterkosten weltweit kräftig steigen, denn nicht nur der Mais bleibt knapp und teuer sondern auch das wichtigste Substitut der Futterweizen sowie das benötigte Eiweißfutter (Soja). 

Bedarf an Futterweizen wächst

Am Weizenmarkt haben die neuen Daten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) die Preise zunächst einmal unter Druck gesetzt. Verantwortlich waren die überraschend deutlich über den Analystenerwartungen liegenden Produktions- und Bestandsdaten beim weltweit größten Weizenexporteur USA.
 
In Europa hielten sich die Preisabschläge jedoch in Grenzen und mittelfristig dürften die Preise angesichts der engen globalen Versorgungslage und wegen der nochmals kräftig nach unten korrigierten Maisernte ihr hohes Niveau halten.
 
Insgesamt musste die globale Produktionsmenge im August weiter reduziert werden. Im August liegt die Ernteschätzung nur noch bei knapp 663 Mio. t nach 665 Mio. t im Juli und 695 Mio. t im letzten Jahr. Wegen der kleineren Maisernte steigt jedoch gleichzeitig der Verbrauch von Weizen um weitere drei Millionen Tonnen auf 683 Millionen an, so dass die Lücke zwischen Erzeugung und Verbrauch immer größer wird und mittlerweile 21 Mio. t beträgt. 

Hofreport: Sojaanbau im Versuch (17. Juli)

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