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Aus der Wirtschaft

USDA-Prognose überrascht die Märkte

© Rico Kammerer/fotolia
von , am
03.04.2012

Die Anbauprognose des US-Landwirtschaftsministeriums für die wichtigsten Ackerkulturen in den USA hat die Märkte überrascht. Mehrere Produkte bleiben hinter den Erwartungen des Marktes.

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Beim Maisanbau haben die US-Farmer die Erwartungen des Marktes übertroffen. Die Anbaufläche dürfte nach der Erhebung vom 30. März um 4 Prozent auf umgerechnet 38,8 Millionen Hektar steigen. Dies ist die größte Maisfläche in den USA seit 1937. Damals wurde der Mais auf 39,3 Millionen Hektar angebaut. Offensichtlich haben auch die hohen Sojapreise seit dem Jahreswechsel nicht zu einer Änderung der Anbauentscheidung geführt.
 
Die Konsensschätzung von 20 Analysten im Vorfeld der USDA-Veröffentlichung hatte bei 38,4 Millionen Hektar Maisanbaufläche gelegen und die erste USDA-Prognose von Februar war noch von gut 38 Millionen Hektar ausgegangen. Trotz dieser Flächenausweitung sind die Maispreise jedoch gestiegen. Ursache waren die deutlich unter den Erwartungen liegenden Bestände. Im Vergleich zum letzten Jahr waren diese rund 8 Prozent kleiner und machten eine knappe Marktversorgung deutlich. Auch die Analystenschätzung zu den Beständen lag etwas höher.

Sojaanbau unter den Erwartungen

Die Sojafläche blieb trotz der seit Jahresbeginn kräftig gestiegenen Preise deutlich unter den Erwartungen. In Verbindung mit der schwächeren Ernte in Südamerika, stützt das daraus erwachsende kleinere Angebot die Preise nachhaltig. Dies war auch an den Terminmärkten sehr gut zu sehen, wo die Sojapreise kräftig zulegten. Das USDA schätzt die Sojafläche für die Ernte 2012 auf umgerechnet 29,9 Millionen Hektar nach 30,3 Millionen Hektar im letzten Jahr. Dies ist ein Rückgang von gut ein Prozent gegenüber dem Vorjahr und von fünf Prozent gegenüber 2010.
 
Die Konsensschätzung von 20 Analysten hatte bei etwa 30,6 Millionen Hektar gelegen und das USDA hatte im Februar rund 30 Millionen Hektar erwartet. Die Ende März gemeldeten Lagerbestände in den USA waren allerdings zehn Prozent größer als im letzten Jahr.

Deutlich weniger Weizen als erwartet

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Besonders überraschend waren die Daten zum Weizenanbau. Hier soll die Gesamtanbaufläche 2012 etwa 22,63 Millionen Hektar betragen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies lediglich ein Zuwachs von 2,7 Prozent. Die Konsensschätzung der Analystenhäuser hatte bei 23,3 Millionen Hektar gelegen und das USDA hatte Mitte Februar noch 23,5 Millionen Hektar für möglich gehalten.
 
Ursache für den kleineren Gesamtzuwachs ist die weit unter den Erwartungen bleibende Anbaufläche bei Sommerweizen in den USA. Diese verfehlt die mit 4,86 Millionen Hektar die Konsensschätzung der 20 Analysten (5,4 Mio. ha) um zehn Prozent. Damit fällt der Anbau von Sommerweizen sogar kleiner aus als im letzten Jahr (5,02 Mio. ha) als Überschwemmungen in den Hauptanbaugebieten für einen Rückgang der Anbaufläche gesorgt hatten.
 
Die Winterweizenfläche ist mit 16,88 Millionen Hektar etwas größer als im letzten Jahr (16,45 Mio. ha) und liegt unter der Konsensschätzung der Analysten von 17 Millionen Hektar. Auf rund 0,9 Millionen Hektar hat sich hingegen der Anbau von Hartweizen (Durum) um zwei Drittel erhöht. Ebenfalls preisstützend wirkte sich der relativ starke Abbau der US-Lagerbestände aus. Diese waren im März 16 Prozent kleiner als vor zwölf Monaten.
 
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