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Aus der Wirtschaft

USDA-Report drückt Weizen- und Maispreise

© Mühlhausen/landpixel
von , am
15.09.2014

Mit dem neuen USDA-Report haben die Weizen- und Maispreise einen neuen Tiefpunkt erreicht. Auch die Sojapreise rutschten nach unten. Bei der Gerste gehen die Analysten von einem Bilanzdefizit aus.

Die Rekorderntewerte werden voraussichtlich dieses Jahr verfehlt. © Kurt Bouda/aboutpixel.de
Der Weizenmarkt hat auf den USDA-Report mit einem weiteren kräftigen Preisrückgang reagiert. Am US-Terminmarkt in Chicago gaben die Weizenpreise für den vorderen Dezembertermin im Handelsverlauf am Donnerstag um zwei Prozent nach. Am Ende des Handelstages notierte der Weizen in Chicago für den Dezembertermin nur noch knapp über der 500 Ct/Bushel-Marke bei umgerechnet knapp 145 Euro/t (509 Ct/bu). Seit Mai 2014 sind die Weizenpreise in den USA um 33 Prozent oder etwa 67 Euro zurückgegangen.
 
Am europäischen Terminmarkt rutschten die Weizenpreise im Vorfeld des USDA-Reports für den Novemberkontrakt am Donnerstag ebenfalls bis auf 164 Euro nach unten. Bis zum Märztermin liegen die Weizenpreise am Terminmarkt unterhalb von 170 Euro/t. So niedrig waren die Weizenpreise in Europa zuletzt Mitte Juli 2010 also vor reichlich 4 Jahren.

Weizenproduktion erreicht neuen Rekordstand

Im September-Report geht das USDA für 2014/15 von einer globalen Rekordernte bei Weizen von 720 Millionen Tonnen (Mio. t) aus. Im Vergleich zur letzten Schätzung vom August (716 Mio. t) ist dies ein weiterer Anstieg von 4 Mio. t. Nach oben korrigiert hat das USDA die Ernte in Europäischen Union und auch in der Ukraine. Im Vergleich zur bisherigen Rekordernte aus dem letzten Jahr von 714 Mio. t ist die neue Ernte 6 Mio. t größer und damit die größte jemals eingebracht Weizenernte. Der globale Verbrauch wurden gegenüber der August-Prognose um 3 Mio. t auf 710 Mio. t nach oben gesetzt (Vj. 703 Mio. t). Die globalen Bestände wurden im Vergleich zum August-Report von 193 Mio. t auf gut 196 Mio. t nach oben gesetzt und sind damit rund 10 Mio. t größer als im letzten Wirtschaftsjahr (186 Mio. t).
 

Mehr europäische Gerstenexporte erwartet

Für den globalen Gerstenmarkt geht das USDA in seinem September-Report weiterhin von einem kleinen Bilanzdefizit aus. Die erwartete globale Produktion deckt nach der USDA-Prognose nicht ganz den unterstellten Verbrauch/Bedarf. Die globalen Bestände schrumpfen deshalb, und der Welthandel 2014/15 geht etwas zurück.
 
Auf 136,2 Mio. t schätzt das USDA die neue globale Gerstenernte in seinem Septemberreport und damit 0,5 Mio. t größer als noch im August (135,6 Mio. t). Grund ist vor allem eine Aufwärtskorrektur für die EU und für die Ukraine. Für Russland blieb die Prognose im September stabil und Australien ging es leicht nach unten. Im Vergleich zum letzten Wirtschaftsjahr 2014/15 (145,1 Mio. t) schrumpft die weltweite Produktionsmenge damit um 8,9 Mio. t bzw. etwa 6 Prozent.

EU-Gerstenernte gering, aber nach oben korrigiert

Eine Ursache für den globalen Rückgang bei der Gerstenproduktion ist die kleinere Ernte in der EU. Das USDA schätzt die Produktion im September-Report auf 57,0 Mio. t und damit etwas größer als im Augustreport (56,2 Mio. t), jedoch 2,6 Mio. t kleiner als im letzten Jahr (59,6 Mio. t). Allerdings übersteigt die europäische Produktionsmenge den erwarteten Verbrauch von 50,7 Mio. t sehr deutlich und ermöglicht den Europäern umfangreiche Exporte. Für die deutsche Gerstenernte liegt die USDA-Schätzung bei 10,58 Mio. t und für Frankreich bei 11,35 Mio.t sowie für das Vereinigte Königreich bei 6,15 Mio. t. Außer im Vereinigten Königreich hat das USDA im September keine Korrektur an den Ernten der großen europäischen Produzenten vorgenommen.
 

Maismarkt ist gut versorgt

Am Maismarkt bestätigt das USDA in seinem Report noch einmal die gute globale Versorgung für 2014/15 und schickt die bereits kräftig gefallenen Maispreise ein weiteres Mal auf Talfahrt. Die weitweite Maisproduktion wurde gegenüber dem August-Report des USDA noch einmal moderat nach oben korrigiert und übertrifft damit weiterhin das bisherige Rekordergebnis des letzten Wirtschaftsjahres (2013/14).
 
Hauptursache für die Aufwärtskorrektur ist die kräftig nach oben gesetzte Rekordernte in den USA. In Chicago ging der Mais am Donnerstag mit einem Abschlag von 1,5 Prozent aus dem Handel und kostet umgerechnet nur noch 104 Euro/t (341 Ct/bu). Das ist der niedrigste Maispreis seit September 2009 also seit 5 Jahren. In Europa hatten die Maispreise am Donnerstag sogar um fast 3 Prozent nachgegeben und waren deutlich unter die Marke von 140 Euro/t gefallen.

Größte Maiserntemenge überhaupt

Die USDA-Schätzung zur neuen Maisernte 2014/15 liegt bei 988 Millionen Tonnen (Mio. t) und damit nochmals 3 Mio. t höher als im August. Diese Produktion übertrifft die Rekordernte aus dem letzten Jahr von 987 Mio. t um gut 1 Mio. t und wäre damit die größte jemals eingebrachte Erntemenge. Allerdings gab es diesmal auch Abwärtskorrekturen der Erntemengen in China, in der Ukraine, in Argentinien und in Russland. Die erwartete Ernte der EU hat das USDA nach oben gesetzt ebenso wie Maisproduktion Brasilien.
 
Sehr kräftig zunehmen soll 2014/15 der globale Verbrauch von 952 Mio. t auf 971 Mio. t (August: 969 Mio. t) und damit ebenfalls auf einen neuen Rekordwert. Dennoch übertrifft die neue Ernte den Verbrauch immer noch um 17 Mio. t. Die Bestände wachsen deshalb ebenfalls von 171 Mio. t auf 190 Mio. t (August: 188 Mio. t) und damit auf den höchsten Stand seit 15 Jahren (1999).
 

Sojapreise fallen weiter

Die Sojapreise rutschten am Donnerstag um weitere 1,2 Prozent nach unten. Für alle Termine der neuen Ernte bis März fielen die Preise zudem deutlich unter die technisch und psychologisch wichtige Marke von 1000 Ct/bu (284 Euro/t). In Chicago kostete die Sojabohne am Donnerstag für den November umgerechnet nur noch 279 Euro/t (981 Ct/bu). Seit Ende Mai sind die Sojapreise in den USA damit um 30 Prozent oder etwa 79 Euro gefallen. Allein im August und im September verloren die Kurse knapp 10 Prozent. Das sind die niedrigsten Preise seit der Ende Juni 2010 also seit gut 4 Jahren.

Soja: Produktion wie Verbrauch nehmen zu

Die September-Schätzung des USDA zur neuen globalen Sojaernte 2014/15 steigt um weitere 6 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 311 Mio. t (August: 305 Mio. t). Diese Produktion übertrifft die bisherige Rekordernte aus dem letzten Wirtschaftsjahr 2013/14 (283,95 Mio. t) um 28 Mio. t oder 10 Prozent. Weiter zunehmen soll nach Meinung des USDA 2014/15 (wegen der niedrigeren Preise) auch der globale Verbrauch von Sojabohnen, von rund 269 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr auf 285 Mio. t in der neuen Saison und damit ebenfalls auf einen neuen Rekordwert. Gleichzeitig übertrifft die neue Ernte den Verbrauch um gut 26 Mio. t. Die Bestände wachsen deshalb von 67 Mio. t auf 90 Mio. t und damit ebenfalls auf einen Rekordstand. Die erwartete globale Handelsmenge übertrifft mit 115,4 Mio. t (August: 111 Mio. t) den bisherigen Rekordwert aus dem letzten Wirtschaftsjahr (112 Mio. t) um gut 3 Mio. t.
 

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