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USDA-Report: Europäer exportieren mehr Weizen

von , am
09.11.2012

Die aktuellen Zahlen des USDA werden die meisten Analysten überraschen. Für Soja, Mais und Weizen sieht die globale Versorgung nun doch besser aus, als bisher erwartet.

Der Internationale Getreiderat setzte sowohl die globale Weizenernte als auch die weltweiten Weizenbeständen auf neue Rekordwerte nach oben. © Mühlhausen/landpixel
Wieder einmal hat das USDA die Märkte mit seinen Zahlen überrascht. Vor allem bei Soja, aber auch bei Mais, fällt die Produktion besser aus als Analysten erwartet hatten. Damit ist auch die globale Versorgung etwas besser als erwartet. Hinzu kommen in Folge der größeren Produktion etwas größere Endbestände bei Soja und Mais. Auch bei Weizen sieht das USDA die Endbestände wachsen. Ursache ist hier nicht die höhere Produktion - die geht weltweit sogar weiter zurück - sondern der preisbedingt schrumpfende Export der USA.

US-Sojaernte um vier Prozent größer

Bei Soja setzt das USDA die US-Produktion aufgrund der besseren Witterungsbedingungen (Regen) zum Ende der Wachstumsperiode weiter nach oben. Um knapp vier Prozent oder 3 Mio. t auf 80,85 Mio. t steigt die Sojaproduktion in den USA und damit auch das globale Angebot. Damit wachsen zwar auch die US-Exporte um 2,2 Mio. t auf jetzt 36,6 Mio. t und gleichzeitig die chinesischen Importe um 2 Mio. t auf 63 Mio. t. Gleichzeitig nehmen jedoch die US-Bestände um um 15 % auf 14,69 Mio. t zu. Diese Konstellation führte an den US-Börsen zu massivem Preisdruck bei Soja und die Preise gaben am Nachmittag zunächst einmal nach.

Keine wirklichen Veränderungen beim Mais

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Auch bei Mais hat das USDA die Märkte etwas überrascht und anstelle der erwarteten moderaten Produktionssenkung, setzte man die Erträge und auch die Produktion leicht nach oben. Anstelle der bisher geschätzten Ernte von 271,9 Mio. t geht das USDA nun von 272,4 Mio. t aus. Das ist ein leichtes Plus von 0,5 Mio. t.
 
Um eine ähnliche Größenordnung wurden die globalen Bestände nach oben gesetzt. Dies ändert jedoch nichts an der grundsätzlich sehr knappen globalen Versorgung. Für die EU hat das USDA die Maisernte um 1 Mio. t auf 54,6 Mio. t gesenkt – bei einem Bedarf von 63 Mio. t. Die US-Börsen regierten auf die Informationen mit leichten Abschlägen und in Europa legten die Maispreise zu.

EU exportiert mehr und USA weniger Weizen

Bei Weizen hat das USDA die US-Ernte unverändert gelassen, die Exportaussichten für die USA allerding wegen der vergleichsweise hohen US-Preise um 1 Mio. t auf 30,5 Mio. t gesenkt. Gleichzeitig wurden die US-Bestände nach oben gesetzt, was zumindest an den US-Börsen am Freitag zu leichten Preisabschlägen führte.
 
Am Weltmarkt hat sich das Angebot jedoch verknappt, denn die Erne- und Exportaussichten für Australien wurden wie erwartet nach unten gesetzt. Gleichzeitig geht der globale Verbrauch wegen der hohen Preise zurück. Vor allem die EU-Länder profitieren von dem sehr knappen Angebot der wichtigsten Exporteure und können ihre Ausfuhren um 1 Mio. t auf 17,5 Mio. t ausdehnen. Am europäischen Terminmärkt führten diese Nachricht am Freitag zeitweise zu einem Anstieg der Weizenpreise über die Marke von 280 Euro/t.
Detaillierte Informationen zu den Teilmärkten folgen am Montag.
 
 
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