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Aus der Wirtschaft

USDA-Report: Preisrutsch bei Soja, Mais und Weizen

© landpixel
von , am
11.03.2014

Mit kräftigen Preisabschlägen für Soja und Mais sowie nachgebenden Preisen für Weizen und Raps reagierten die Terminmärkte unmittelbar auf die Ergebnisse des neuen USDA-Reports.

Nationale Importverbote von GVO-Futter- und Lebensmitteln wird es vermutlich nicht geben. © landpixel
Die Ursachen für die unmittelbaren Marktreaktionen waren unter anderem die über den Analystenerwartungen bleibende Korrektur der US-Endbestände bei Sojabohnen sowie die nach oben korrigierten globalen Endbestände beim Mais. Die für das laufende Jahr erwarteten EU-Weizenexporte hat das USDA auf einen neuen Rekordstand nach oben gesetzt. Einige Zeit nach Veröffentlichung der neuen Zahlen (19:30 MEZ) lagen die Weizenpreise in Chicago etwa 2,2 Prozent im Minis bei noch 639 Ct/bu (169 Euro/t).
 
Der Mais lag mit 2,4 Prozent noch deutlicher im Minus und notierte bei 477 t/bu (135 Euro/t). Die Sojapreise lagen zu diesem Zeitpunkt mit 2,7 Prozent im Minus bei 1418,6 Ct/bu (375 Euro), während die Rapspreise in Kanada um 1,5 Prozent nachgaben.
 

Brasiliens Sojaernte bleibt Rekord

Wie erwartet hat das USDA die laufende Sojaernte Brasiliens etwas nach unten korrigiert. Allerdings weniger kräftig als zuvor mit 88,0 Millionen Tonnen (Mio. t) von den Analysten geschätzt wurde. Im Vergleich zum Februar setzte das USDA die brasilianische Ernte um rund 1,5 Mio. t noch immer auf einen Rekordwert von jetzt 88,0 Mio. t nach unten. Der bisherige Produktionsrekord der Brasilianer aus dem vorigen Wirtschaftsjahr lag bei 82,0 Mio. t. Die neue bereits zu gut 50 % abgeschlossene Ernte wäre damit 6 Mio. t größer. Das USDA hatte das Exportpotential der Brasilianer im März auf 45,0 Mio. t veranschlagt und damit ebenso so groß wie zur Januarschätzung und 3,4 Mio. t größer als die nur leicht nach oben korrigierte Ausfuhrerwartung für die USA (41,6).
 

Keine Änderung an Argentiniens Sojaernte

Für Argentinien hat das USDA die Sojaernte entgegen der Analystenerwartung unverändert bei 54,0 Mio. t belassen. Im letzten Jahr ernteten die argentinischen Farmer 49,3 Mio. t Soja und damit 4,7 Mio. t weniger als USDA jetzt erwartet. Das argentinische Exportpotential hat das USDA bei Sojabohnen unverändert bei 8,0 Mio. t belassen und auch bei Sojaschrot mit 27,3 Mio. t nicht verändert. Im letzten Jahr exportierten die Argentinier 7,7 Mio. t Soja und 23,8 Mio. t Schrot. Die globale Sojaproduktion für 2013/14 ist nach dem März-Report mit 285,4 Mio. t rund 2,3 Mio. t kleiner als im Februar, jedoch knapp 18 Mio. t bzw. 7 % größer als im Vorjahr.
 

Globale Maisbestände etwas größer

Beim Mais wurden die Märkte mit einem nicht erwarteten Anstieg der globalen Bestände von 157,3 Mio. t auf 158,4 Mio. t überrascht. Die Analysten hatten zuvor auch wegen der starken US-Exporte mit einer Korrektur nach unten auf 156,5 Mio. t gerechnet. Die US-Bestände wurden hingen entgegen der Erwartung der Analysten von 37,6 Mio. t auf 37,0 Mio. t nach unten gesetzt. Diese Analysten hatten allerdings einen leichten Anstieg auf 37,8 Mio. t erwartet. Dafür ging es mit dem Export noch einmal ganz leicht von 112,5 Mio. t auf 112,95 Mio. t nach oben. Hauptgrund waren die starken US-Exporte die im März nochmals von 41,0 Mio. t auf 42,0 nach oben korrigiert wurden.
 

Weizen: Schrumpfende Bestände und noch mehr Exporte

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Fast nicht verändert hat das USDA gegenüber dem letzten Report die globalen Weizenbestände. Auch die Weizenbestände in den USA blieben stabil. Erwartet hatten die Analysten zuvor einen leichten Rückgang der globalen Endbestände von 183,7 Mio. t auf 183,4 Mio. t und wegen der sich zuletzt etwas abschwächenden US-Exporte einen moderaten Anstieg der US-Endbestände von 15,2 Mio. t auf 15,45 Mio. t. Gleichzeitig sind die globalen Endbestände (trotz der Riesenernte) mit knapp 184 Mio. t nur 8 Mio. t höher als im Vorjahr (176 Mio. t).
 

Europäer exportieren so viel Weizen wie noch nie

Das USDA hat den globalen Weizenexport um weiter 3 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 158,4 Mio. t nach oben gesetzt. Damit liegt die globale Handelsmenge rund 11 Mio. t über dem Vorjahr (147 Mio. t). Der Export der EU-Länder steigt nochmals kräftig von 27,5 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 29,0 Mio. t. Dagegen bleibt die kanadische Ausfuhr unverändert bei 22,5 Mio. t. Der US-Export bleibt ebenfalls unverändert bei 31,5 Mio. t (Vj. 27,7 Mio.t). Damit haben die Europäer die USA beinahe als größten Exporteur eingeholt. Die russische Ausfuhr nimmt das USDA im März um 1,0 auf 17,5 Mio. t nach oben. Die ukrainische Ausfuhr wird mit 10,0 Mio. t nicht verändert und auch die indischen Exporte bleiben unverändert bei 5,5 Mio. t. Der kasachische Export wird im März mit 7,0 Mio. t nicht verändert.
 
Ausführliche Auswertungen zu Weizen, Mais, Soja und Raps sowie weitere Hintergrundinformationen finden Sie im marktkompass.
 
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Marktreport: Sojaernte in Südamerika

 
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