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USDA überrascht mit niedriger Mais-Ernteschätzung

von , am
22.08.2011

Washington - Das US-Landwirtschaftsministerium korrigierte die Ernteprognose für die USA deutlich nach unten. Die Angebotslücke am Welt-Maismarkt fällt größer aus als bislang erwartet.

© Kurt/pixelio
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) veranschlagte das Defizit für diese Saison in seiner jüngsten Schätzung auf 8,4 Millionen Tonnen und damit gut drei Millionen Tonnen höher als im Vormonat. Hintergrund ist eine überraschend deutliche Abwärtskorrektur der Ernteprognose für die USA. Dort soll die Maisernte nur noch 328 Millionen Tonnen (Vorjahr: 316 Millionen Tonnen) erreichen, das sind 14 Millionen Tonnen weniger als noch im Vormonat angenommen wurden. Hitze und Trockenheit hatten den Maispflanzen in der wichtigsten Wachstumsphase stark zugesetzt, sodass das Ministerium seine Ertragsprognose innerhalb eines Monats um fast vier Prozentsenkte.
 
Niedrige Verbrauchsprognosen
 
Dass die Versorgungslücke nicht noch größer eingeschätzt wird, liegt nach Angaben der deutschen Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) maßgeblich an den niedrigeren Verbrauchsprognosen. So verringerte das USDA seine Schätzung des Verbrauchs gegenüber Juli um knapp neun Millionen Tonnen auf 869 Millionen Tonnen.
 
Defizit am globalen Weizenmarkt etwas geringer angenommen
 
Während sich bei Mais in dieser Saison eine deutliche Versorgungslücke abzeichnet, fällt das Defizit am Welt-Weizenmarkt voraussichtlich geringer aus als bislang erwartet. Das US-Landwirtschaftsministerium korrigierte seine Schätzung der globalen Weizenernte um knapp zehn Millionen Tonnen auf 672 (Vorjahr: 648) Millionen Tonnen nach oben. Zwar wurden die Angebotsprognosen für die USA und Argentinien gesenkt, höhere Ernteschätzungen für China, Indien, die EU und die Schwarzmeerländer konnten diese Entwicklung jedoch mehr als kompensieren. Allein für Russland und die Ukraine wurden die Prognosen jeweils um drei Millionen Tonnen nach oben korrigiert. Den globalen Weizenverbrauch veranschlagt das Ministerium mit 675 Millionen Tonnen ebenfalls höher als noch im Juli - dennoch erwartet das Ressort nunmehr eine Entspannung der knappen Versorgungssituation an den globalen Weizenmärkten.
 
Globale Getreideernte auf 2,265 Milliarden Tonnen veranschlagt In seinem WASDE-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates) publiziert das US-Landwirtschaftsministerium monatlich die Weltversorgungsbilanzen für Getreide und Ölsaaten. Für die Saison 2011/12 wird nunmehr eine globale Getreideernte (inklusive Reis) von insgesamt 2,265 Milliarden Tonnen prognostiziert (im Juli war man noch von 2,269 Milliarden Tonnen ausgegangen). Dem steht ein erwarteter Verbrauch von 2,28 Milliarden Tonnen gegenüber. Zusammen mit dem Anfangs-Lagerbestand von 449,5 Millionen Tonnen wird ein Angebot von 2,714 Milliarden Tonnen global zur Verfügung stehen. Aus den angenommenen Verbrauchszahlen ergibt sich ein voraussichtlicher Endbestand von 434 Millionen Tonnen, ein Jahr zuvor waren es noch 449,5 Millionen Tonnen.
 
Die Ernte von Coarse Grains (Mais, Hirse, Gerste, Roggen, Hafer, Mehrkorngetreide) wird in der August-Prognose mit 1,136 Milliarden Tonnen veranschlagt und damit um 14 Millionen Tonnen geringer als vor einem Monat. Der Verbrauch in der Vermarktungsperiode 2011/12 wird weltweit auf 1,15 Milliarden Tonnen geschätzt. Der Anfangsbestand von 160,9 Millionen Tonnen wird sich demnach am Ende der Saison auf 147 Millionen Tonnen reduzieren, so die WASDE-Prognose.
 
Geringere Ölsaatenerträge
 
Die globale Ölsaatenproduktion 2011/12 wird vom USDA nunmehr auf 451,4 Millionen Tonnen prognostiziert. Vor einem Monat ging man noch von einer um 4,1 Millionen Tonnen höheren Ernte aus, musste aber aufgrund der in den USA erwarteten Einbußen bei der Sojabohne eine Revidierung nach unten vornehmen. Auch in China und der Ukraine soll es bei dieser Kultur geringere Erträge geben. Der weltweite Verbrauch wird mit 389,4 Millionen Tonnen angenommen, wobei hier allerdings die Verschrottung und Vermahlung sowie die pflanzliche Ölproduktion nicht enthalten sind. Die Endbestände dürften sich von 78 auf 69,5 Millionen Tonnen verringern.
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