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Vegetationsreport: Böden jetzt richtig behandeln

von , am
21.03.2011

In vielen Teilen Deutschlands stellt der Boden Landwirte derzeit vor Herausforderungen: In einigen Teilen ist er bereits jetzt sehr trocken, die Bodentemperaturen sind niedrig.

Der Boden ist bereits jetzt sehr trocken. Vor allem auf Schlägen, deren Bodenoberfläche infolge der nassen Bearbeitung im Herbst sehr rau ist, kann es in der kommenden Zeit zu größeren Wasserverlusten kommen. Eine Bearbeitung mit entsprechender Rückverfestigung spart Wasser.
Dabei muss ein großes Augenmerk auf die Rückverfestigung gelegt werden: Krümelwalzen oder Stabwalzen verfestigen den Boden nicht. Sie dienen nur der Tiefenführung und im Fall der Krümler der Zerkleinerung. Besser sind hier die diversen Prismen-, Stern- oder Keilringwalzen zu beurteilen.

Verdichtungen im oberen Wurzelbereich aufbrechen

Die Bearbeitungstiefe muss nicht unbedingt auf den späteren Saathorizont ausgerichtet werden. Es ist vielmehr wichtig, bereits jetzt eventuelle Verdichtungen im oberen Wurzelbereich zu beseitigen. Häufig kam es durch die starken Niederschläge im Spätherbst zu Verdichtungen im oberen Krumenbereich. Wurden im Herbst Verdichtungen, welche beispielsweise bei der Ernte entstanden sind, nicht aufgebrochen und nur untergepflügt, findet man diese ebenfalls in der Krume wieder.
Der Mais hat ein ausgesprochen flaches Wurzelsystem. Verdichtungen in den obersten 15 Zentimetern schränken das Ertragspotential extrem ein. Aus diesem Grund muss auf Problemschlägen die Bodenbearbeitung häufig zehn bis 15 Zentimeter tief erfolgen. Mit der Rückverfestigung und vor allem der Zeit, die noch bis zur Aussaat verstreicht, kann sich der Boden wieder setzen. So entstehen keine Nachteile beim Feldaufgang.
Die Düngung sollte dabei vor der ersten Bearbeitung erfolgen. So werden die Nährstoffe gezielt im Wurzelhorizont des Maises eingemischt.

Glyphosateinsatz zum Vegetationsbeginn

Auch wenn vielerorts die Rüben bereits gedrillt werden, ist noch lange nicht überall die Vegetation angesprungen. Lediglich im Westen und teilweise im Osten sind die Bodentemperaturen nachhaltig über 5 °C gestiegen. Nur auf diesen Standorten zeigen Bestände derzeit Wachstum. Auf vielen anderen Standorten fallen die Bodentemperaturen wieder auf zum Teil ein bis zwei Grad Celsius zurück. Hier stellt sich die Frage, wie man mit dem Glyphosateinsatz vor den Sommerungen umgehen muss.
In vielen Betrieben wurde das Totalherbizid in den vergangenen Jahren vor der Bearbeitung, beziehungsweise Aussaat eingesetzt. Spritzungen nach der Saat vor dem Feldaufgang führten häufig zu Problemen. Vor allem wenn die Rübe oder der Mais schneller als gedacht aufliefen, beziehungsweise die Witterung keine Spritzungen zugelassen hat, war es schwierig, diese großen Unkräuter im Bestand zu bekämpfen.

Unkräuter sind noch nicht am wachsen

Jetzt steht man vor der Situation, dass die Rüben in den kommenden Tagen gedrillt werden, aber die Unkräuter noch nicht am Wachsen sind. Das Problem ist dabei, dass die Aufnahme in die Pflanze relativ lange dauert. Mit den wie üblich kalkulierten 24 Stunden nach der Behandlung kann in diesen Fall nicht gerechnet werden. Selbst mit wachsschichtöffnenden Additiven kann die Aufnahme mehrere Tage benötigen. In vielen Fällen ist es dann zu spät.

Herbizide richtig einsetzen

Wird die Rübe direkt gedrillt - sprich ohne Bodenbearbeitung -, sollte das Herbizid in jedem Fall in den Nachsaatbereich verlegt werden.
Wird mit Bodenbearbeitung gedrillt, liegt es vor allem an der Unkrautgröße: Stehen bereits jetzt größere Pflanzen auf dem Acker, sollte vor der Bearbeitung behandelt werden. Bei kleineren Pflanzen kann das Totalherbizid vor dem Auflauf erfolgen, sofern es da noch nötig ist. Wird vor der Bearbeitung gespritzt, muss die Aufnahmerate erhöht werden. Möglichst hohe Konzentrationen im Spritzwasser sind dabei nötig. Zudem müssen Additive mit wachsschichtöffnendem Charakter zugemischt werden. Zwischen der Behandlung und der Bearbeitung sollten dann zumindest drei bis vier Tage verstreichen. Beim Einsatz nach der Saat wirkt sich die derzeitig geringe Bodentemperatur positiv aus.

Rüben: Feldaufgang verzögert sich

Der Feldaufgang der Rübe und der erneute Aufgang der Unkräuter werden sich verzögern. Bis zum Auflaufen der Rüben muss eine Temperatursumme von 90°C erreicht werden. Auf den kühlen Standorten kann voraussichtlich erst Anfang April mit dem Aufgang gerechnet werden. Auf den wärmeren Standorten wird sie vielleicht noch im März auflaufen.     
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