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Vegetationsreport: Folgen der Überflutung

von , am
03.07.2013

Im aktuellen Vegetationsreport besuchten wir von der Flut betroffene Flächen im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Die finanziellen Schäden lassen sich zwar jetzt schon abschätzen, die ackerbaulichen noch nicht.


Die aktuelle Schadensstatistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums weist 498.708 Hektar (DBV: rund 340.000 ha; Stand: 18. Juni) überflutete landwirtschaftliche Nutzfläche aus - fast 70.000 Hektar mehr als bei der vorangegangenen Erhebung zwei Wochen zuvor. Mit Abstand am stärksten betroffen ist das Bundesland Sachsen-Anhalt mit rund 117.000 Hektar. Die Schäden werden auf circa 400 Millionen Euro geschätzt.
Die Folgen des Hochwassers 2013 sind noch lange zu spüren. Als man vor fünf Wochen entlang der Elbe und Saale gefahren ist, hat man gut entwickelte Raps- und Getreidebestände sehen können. Nach der Überschwemmung sind die Pflanzen abgestorben. Die Kulturpflanzen können nur wenige Tage unter Staunässe überleben, da sie nach drei bis zehn Tagen ersticken. Der Sauerstoff im Boden ist für das Wachstum, die Energiegewinnung und Stoffwechselvorgänge essentiell.
 
Eine zu hohe Wassersättigung (nutzbare Feldkapazität), auch Staunässe genannt, führt zu geschlossenen Bodenporen, eingeschränktem Nährstofftransport sowie -aufnahme, bis hin zum reduzierten Pflanzenwachstum. Es entstehen anaerobe Verhältnisse (Reduktionserscheinungen) im Boden, Fäulniserscheinungen (auch Pflanzenwurzel) und toxische Verbindungen werden gebildet. Die Abbauprozesse im Boden werden gehemmt, weil auch die Organismen Sauerstoff benötigen. Empfehlungen für die Bearbeitung der Flächen sind jetzt noch zu früh.
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