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Vegetationsreport: Wo war der Winter?

von , am
26.03.2014

In diesem Jahr kann man sich wirklich diese Frage stellen. Die Winterjahreszeit ist von milden Temperaturen und wenigen Frosttagen geprägt gewesen.

Laut Meteorologe Lux (DWD) war es in den Wintermonaten 2,5 bis 3 Grad wärmer als in Durchschnittsjahren. Es wurde von Rekordtemperaturen im Monat März berichtet. Derzeit tragen die Obstbäume Knospen und der Raps beginnt in einigen Regionen bereits zu blühen.
 
Die Winterkulturen wie Getreide und Raps haben sich durch die milden Temperaturen gut entwickelt. Die früh gesäten Weizenbestände sind zum Teil in EC 30 oder 31 und Winterrogen in 31 oder noch weiter. In diesem Frühjahr ist die Entwicklung drei bis vier Wochen früher als in Durchschnittsjahren. Im Getreide sind besonders Mehltau, Gelb- und Braunrost sowie Verbräunungen an der Halmbasis und Septoria tritici-Infektionen erkennbar. Die derzeitige Trockenheit und kühlen Nachttemperaturen verhindert Infektionen. Die Stickstoffnachlieferung im Boden ist bereits voll im Gange.

Erste Maßnahmen bei den Rüben

"Zuckerrüben müssen ohne Regen auflaufen!" - dieser Grundsatz sollte besonders in diesem trockenen Frühjahr beherzigt werden. Dafür ist die Saatbettvorbereitung und Aussaattechnik entscheidend. Die ersten Landwirte haben bereits Anfang März die Zuckerrüben gelegt, da die Bodentemperaturen über 6 °C waren. Auf diesen Flächen stehen die ersten Herbizidmaßnahmen an.
Die erste Spritzung sollte im Vorauflauf, etwa 70 bis 90 °C nach der Saat, erfolgen. Da der Boden in den meisten Regionen ausreichend feucht ist, können dieses Frühjahr Bodenherbizide im Vorauflauf eingesetzt werden. Hierdurch werden vor allem die in der obersten Bodenschicht keimenden Unkräuter erfasst. Als Wirkstoff bietet sich hier aufgrund der guten Wasserlöslichkeit das Metamitron an. Die aus tieferen Schichten keimenden Unkräuter wie Klettenlabkraut und Bingelkraut können im Vorauflauf nur mit sehr hohen Aufwandmengen bekämpft werden, da meistens nicht genügend Wirkstoff bis in die Zone der Keimwurzeln gelangt.
 
Je später die Zuckerrüben gesät werden, desto kürzer ist aufgrund der höheren Temperaturen der Zeitraum zwischen Aussaat und Keimung der Rüben. Hier ist eine Vorauflaufbehandlung deshalb oft nicht sinnvoll. 
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