Login
Dränage

Vernässte Böden richtig dränen: So geht‘s

Dr. Joachim Blankenburg, Geologischer Dienst, Bremen
am
03.03.2016

Durch den milden Winter und die hohen Niederschläge sind etliche Flächen zurzeit stark vernässt. Je nach Ursache müssen unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden. So kann Abhilfe geschaffen werden.

Gründe für Vernässung

Die Ursachen von Vernässungen lassen sich auf drei Hauptprobleme im Bereich des Bodenwassers zurückführen. Es kann hoch anstehendes Grundwasser sein, Wasser, das sich zeitweise auf gering durchlässigen Schichten staut und Haftwasser, das in engen Poren festgehalten wird.

  • Auch können Bodenverdichtungen die Durchlässigkeit des Bodens für Wasser stark verringern. Bei gleicher Bodenart können so Verdichtungen auf der einen Fläche zur Bildung von Oberflächenwasser führen.
  • Auch behindern hohe Grabenwasserstände ein schnelles Abfließen des Wassers aus den Böden. Es ist sogar ein Überfluten von Senken bei großem Fremdwasserzufluss durch ausufernde Gräben möglich.
  • Auf gedränten Flächen können auch Dränfunktionsstörungen vorliegen, wie z.B. verstopfte oder beschädigte Dränrohrausmündungen, verockerte oder verschlammte Dränrohre.

Das kann man tun

  • Entscheidend ist eine ausreichende Vorflut. Erst die Unterhaltung der Gräben, wie Sohlräumung und Mahd der Böschungen, erlauben einen störungsfreien Wasserfluss.
  • Ist die Vernässung auf Bodenverdichtungen zurückzuführen, sind diese durch tiefergreifende Bodenbearbeitungsgeräte aufzubrechen. Die Lockerungsarbeiten dürfen aber erst im Sommer bei ausreichend trockenen Böden ausgeführt werden. Aktuell kann auf solchen Flächen Wasser nur oberflächig über flache Grüppen abgeleitet werden.
  • Böden mit nur einer geringen Durchlässigkeit für Wasser, wie sie häufig in den Marschenbereichen zu finden sind, sind bei der Bewirtschaftung so herzurichten, dass keine Senken entstehen.

Dränage-Probleme beheben

  • Auf bereits gedränten Flächen ist die Funktion der Dräne zu prüfen. Bei einzel ausmündenden Dränen ist dies sehr einfach durch Sichtkontrolle an der Grabenböschung möglich.
  • Verschlammungen und Verockerungen lassen sich durch umgehendes Spülen relativ leicht beseitigen.
  • Bei Dränsystemen sind die Sauger in den Kontrollschächten zu prüfen. Bereiche mit mechanisch beschädigten Dränrohren sind aufzugraben und die Dränrohre auszutauschen.
  • Einzelne Senken lassen sich über Schlucker an eine bestehende Dränung anschließen. Hiermit wird Oberflächenwasser schnell an das Dränrohr weitergeleitet.

Flächen neu dränen

  • Bei nicht mehr funktionsfähigen Dränen kann auch eine Neudränung der Flächen erforderlich sein. Je nach Ursache der Vernässung empfehlen sich unterschiedlich angepasste Entwässerungsverfahren:
  • Hoch anstehendes Grundwasser  lässt sich durch eine Rohrdränung absenken. Auch Stauwasser  ist über eine Dränung zu regeln, vorausgesetzt die stauenden Bodenschichten liegen tief genug und die Rohrdränung wird oberhalb der Stausohle verlegt.
  • Befinden sich verdichtete Schichten zwischen Dränrohr und Geländeoberfläche, ist eine ergänzende Tieflockerung erforderlich. Unter günstigen Bedingungen kann bei einer Tieflockerung eventuell ganz auf eine Rohrdränung verzichtet werden.
  • Haftnasse Böden lassen sich mit einer normal ausgeführten Rohrdränung nicht entwässern. Meist ist nur das Ableiten von Oberflächenwasser über flache Grüppen sinnvoll.

Dieser Text ist zuerst in der Zeitschrift Land&Forst Ausgabe 6 erschienen.

Wasserstau auf dem Feld: Tipps zur Dränage

Auch interessant