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Versorgung mit Z-Saatgut gesichert

von , am
16.05.2012

Warberg - Landwirten steht dieses Jahr genügend zertifiziertes Saatgut zur Verfügung - Abnehmer sollten ihren Bedarf dennoch frühzeitig melden.

An der CBoT verlor der Weizen am gestrigen Handelstag gegenüber Donnerstag 8,50 Cent je Bushel. © Zöllner
Das war eine der wesentlichen Botschaften, die laut Bundesverband der VO-Firmen (BVO) vom Saatguthandelstag ausgingen.
 
2010 wurde aufgrund von Wetterkapriolen zertifiziertes Saatgut knapp. Besonders betroffen war Winterweizen. Über eine Sondergenehmigung konnte damals auch Weizen der niedrigeren Kategorie Z 2 zugelassen werden.
 
 
Wie der BVO berichtet, wies der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Saatgutverkehrskontrollstellen der Länder, Uwe  Sander, im Zusammenhang mit der Anzeige- und Aufzeichnungspflicht für den Handel darauf hin, dass die Saatgutwirtschaft mit der einmaligen Ausnahmeregelung bei der Abgabe und dem Erwerb von Konsumgetreide zu Saatzwecken derzeit gegen geltende sortenschutz- und saatgutverkehrsrechtliche Bestimmungen verstoße. Die Saatgutverkehrskontrollstellen würden das Thema sehr ernst nehmen und Schwarzhandel verfolgen, betonte Sander.

Landwirte fühlen sich mehrfach abkassiert

Werner Schwarz, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, sieht das Betriebsmittel Z-Saatgut aus Sicht der Landwirtschaft laut BVO juristisch nicht ganz so streng. Der Begriff des geistigen Eigentums erschließe sich vielen Landwirten nicht und sie fühlten sich beim Kauf von Saatgut mit der Zahlung von Preis und Lizenz mehrfach "abkassiert", zitierte der BVO den Verbandspräsidenten.
 
Schwarz appellierte an die Mittlerfunktion des Handels zwischen Landwirt und Züchter. Dieser sollte zum besseren Verständnis der beiden Seiten füreinander beitragen.

Zu wenig Züchtungsfortschritt bei Weizen

Auf Defizite bei der Weizenzucht wiesHartmut  van  Lengerich  (Bayer CropScience AG) hin. Nach dessen Angaben entfallen 20 Prozent des Kalorienbedarfes weltweit auf Weizen. Dennoch habe es bei dieser Pflanzenart seit 1990 kaum einen Züchtungsfortschritt gegeben, während die Weltbevölkerung weiter wachse. Mit dem Einsatz der Gentechnik seien zwar manche Züchtungsziele schneller zu erreichen, aber die Ware sei dann nicht zu verkaufen, erklärte van Lengerich. Bayer investiere in traditionelle Züchtungsverfahren, um in Europa eine umweltfähige Weizenproduktion zu erreichen. Dabei seien durch Partnerschaften Risiken der Investitionen in eine Verbesserung der Agronomie zu minimieren. Das gelte für viele Teile der Welt, besonders aber für Europa, wo angepasste Züchtungsstandorte zur Verfügung stünden.
 
Eine Verbesserung der Agronomie müsse mit Nachdruck verfolgt werden, so zum Beispiel eine höhere Effizienz der Düngung, insbesondere des Stickstoffeinsatzes. Toleranz der Pflanzen gegen Hitze, Trockenheit sowie Krankheitsresistenzen seien Ergänzungstechnologien. Notwendig sei aber auch eine größere Technologiefreundlichkeit des Umfelds betonte van Lengerich. Auch in dieser Hinsicht brauche die Industrie breite Partnerschaften, vor allem auch mit der mittelständischen Pflanzenzüchtung, weil diese über umfangreiches und geeignetes Genmaterial für die Pflanzenzüchtung verfüge. Van Lengerich unterstrich, dass die VO-Firmen als Partner gebraucht würden, um die Vermehrung zu gewährleisten. 
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