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Vorerntegespräche: Bärische Preis-Argumente überwiegen

von , am
24.06.2013

Egal wie sich die Preise an den Märkten entwickeln, letztendlich kommt es auf den richtigen Mix der Vermarktungsinstrumente an. Wer richtig kombiniert, kann unterm Strich überdurchschnittliche Preise realisieren.

Für Getreide- und Ölsaatenhändler der Agravis Niedersachsen-Süd GmbH, Joachim Waßmann, wird die US-Maisernte das Zünglein an der Preiswaage sein.
Die Vorschau auf die neue Vermarktungssaison und die Frage, mit welchen Werkzeugen Ackerbauern sich gegen Preissprünge absichern können, standen vergangene Woche im Mittelpunkt einer Reihe von vier Informationsveranstaltungen des Wirtschaftsmagazins agrarmanager im Gebiet der Agravis Niedersachsen-Süd GmbH. Sollten sich die bis dato bekannten Ernteschätzungen bestätigen, muss man Argumente für wieder steigende Getreidepreise nach Ansicht von Joachim Waßmann außerhalb des Agrarmarktes suchen. "Der Anschein großer Ernten wirft seinen preislichen Schatten voraus", so der Getreide- und Ölsaatenhändler der Agravis Niedersachsen-Süd GmbH. Waßmann geht davon aus, dass die Erträge beim US-Mais am Ende das "Zünglein an der (Preis)-waage" spielen werden.
 

Wiederholt sich Geschichte?

In den Vereinigten Staaten ist Waßmann zufolge beim Mais trotz später Aussaat eine riesige Erntefläche zu erwarten. Daher werde es absehbar zu einem Bestandsaufbau beim weltweit wichtigsten Futtergetreide kommen. Der Marktexperte erinnerte bei seiner Analyse aber auch an die Entwicklung im vergangenen Jahr, als eine zunächst große Schätzung für den US-Mais immer weiter zurückgeschraubt werden musste, weil die Pflanzen in der kritischen Kornfüllungsphase im Juli/August nicht genug Wasser abbekommen haben. Ob es auch 2013 so komme, könne heute aber noch kein Marktanalyst sagen.

Qual der Wahl

Für agrarmanager-Chefredakteur Dr. Uwe Steffin kommt es auf den richtigen Mix der Vermarktungsinstrumente an. © Agravia
agrarmanager-Chefredakteur Dr. Uwe Steffin wies darauf hin, dass Ackerbauern bei der Entscheidung für ein Vermarktungsinstrument mittlerweile die "Qual der Wahl" haben. Neue Modelle würden fast wie Pilze aus dem Boden schießen. Um bei der Vermarktung unterm Strich überdurchschnittliche Preise realisieren zu können, komme es auf den richtigen Mix der Vermarktungsinstrumente an, also die Kombination aus klassischen Vorkontrakten, Prämienkontrakten mit den noch recht neuen Landea-Modellen, wo ein Warenkontrakt mit einem Preismechanismus verknüpft ist.

Positive Marge absichern

Durch die Kopplung der Vermarktungsinstrumente an die Terminbörse Matif sei es schon heute möglich, die Ernte 2014 auf Termin zu verkaufen, so der Agrarjournalist. Dies sei aber nur dann sinnvoll, wenn parallel dazu auch wichtige Betriebsmittel wie Diesel und Dünger preislich so fixiert werden könnten, dass unterm Strich eine positive Marge verbleibe. Wer mehr wissen will: Das Wirtschaftsmagazin agrarmanager informiert aktuell in einer Serie über Vorzüge und Nachteile börsengestützter Vermarktungsmodelle.
 
 
 
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