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DRV-Ernteschätzung

Vorsprung für deutsche Getreideernte 2017

Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
13.04.2017

Die milde Witterung sorgt beim Getreide in Deutschland für einen Vegetationsvorsprung von rund einer Woche. Doch vielerorts wird jetzt Regen benötigt, sonst müssen die Ernteprognosen gesenkt werden.

In seiner aktuellen Schätzung geht der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) weiterhin von einer knapp durchschnittlichen deutschen Getreideernte von 46,7 Mio. t aus. Danach wird der Fünf-Jahres-Durchschnitt von 47,8 Mio. t nicht erreicht. Das enttäuschende Vorjahresergebnis von 45,3 Mio. t allerdings spürbar übertroffen.

Die Getreidebestände haben sich in den vergangenen Wochen aufgrund der milden Witterung gut entwickelt. Der Vegetationsvorsprung beträgt im Vergleich zum langjährigen Mittel insgesamt ca. eine Woche, im Südwesten Deutschlands liegt er darüber. Damit das Getreide sein volles Ertragspotenzial entfalten kann, sind ausreichende Niederschläge, vor allem im Süden und Westen des Landes erforderlich.

Die Weizenernte schätzen die Genossen mit 25,3 Mio. t leicht über dem Vormonat und weiterhin deutlich über dem Vorjahresergebnis von 24,6 Mio. t. Bei Gerste wird mit rund 10,6 Mio. t erneut ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erwartet. Beim Roggen wird unverändert eine Ernte von 3 Mio. t prognostiziert. Aufgrund der deutlichen Einschränkung der Roggen-Anbauflächen (-5,1 %) wird das Vorjahresergebnis voraussichtlich um 5 Prozent unterschritten.

Frühe Aussaat der Sommerkulturen

Die Aussaat der Sommerkulturen ist mit Ausnahme vom Mais abgeschlossen. Im Badischen hat die Aussaat dieser Kultur teilweise bereits Ende März und damit so früh wie lange nicht mehr begonnen. Die Aussaatflächen und Ertragserwartungen bei den Sommergetreidearten bewertet der DRV weitgehend unverändert gegenüber der März-Schätzung. Bei der Sommergerste wird bei gestiegener Anbaufläche (+4,6 %) und etwas höheren Erträgen als im Vorjahr (+2,8 %) derzeit von einer Erntemenge von 1,9 Mio. t ausgegangen. Das wären 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Für Mais sieht der Raiffeisenverband wie im Vormonat einen erheblichen Ertragszuwachs von über 20 Prozent. Dieses Ergebnis ist auf deutlich höhere Anbauflächen und Durchschnittserträge als 2016 zurückzuführen. Die Maisernte könnte daher auch wegen einer größeren Anbaufläche um fast 23 Prozent auf 4,5 Mio. t ansteigen.
 

Raps kann Bestandslücken kaum schließen

Beim Raps erwartet der DRV wie im März eine Ernte von 4,9 Mio. t. Damit wird das enttäuschende Vorjahresergebnis von 4,6 Mio. t zwar überschritten, der langjährige Durchschnitt von 5,3 Mio. t aber nicht erreicht.

Auch wenn sich die Rapspflanzen in den vergangenen Wochen in der Summe positiv entwickelt haben, konnten vorhandene Lücken in den Beständen, verursacht durch eine schlechte Wasserversorgung im Herbst und Kahlfröste, nicht geschlossen werden. Der Raps ist wie das Getreide in den kommenden Wochen auf eine ausreichende Wasserversorgung angewiesen, um das volle Ertragspotential entfalten zu können.

Feldspritzen-Test: Lemken Vega mit 5.000-Liter-Tank

Lemken Vega 12/5000 im Feld
Einspülschleuse der Lemken Vega
Hebel an der Lemken Vega
Panel der Lemken Vega
Saugfilter an der Lemken Vega
Gestänge an der Lemken Vega
Lemken Vega im Einsatz
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