Login
Allgemeines

Wachstumsreglereinsatz und Beizung: Darauf ist zu achten

von , am
07.09.2011

Eine Stauchung der Winterrapsbestände mittels Wachstumsreglern macht die Pflanzen winterhart und schützt vor Krankheitsbefall.

 
Streckung im Herbst zeichnet sich ab
 
Die Mehrzahl der Rapsbestände wurde in den letzten Tagen bestellt. Ein Großteil davon läuft bereits auf. In den nächsten drei Wochen ist laut langfristiger Wettervorhersage mit noch mildem Wetter zu rechnen, so dass der Raps sich nach dem Auflaufen sehr zügig entwickeln wird und meist noch bis Ende September unter Langtagbedingungen das 6-Blattstadium erreicht. Es ist damit zu rechnen, dass die Mehrzahl der Rapsbestände im Herbst mit der Streckung des Sprosses beginnt.

Erhöhtes Frostrisiko

Die vorzeitige Streckung erhöht das Frostrisiko, wenn sich der Vegetationskegel vom Boden abhebt, und verringert die Anlage von Knospen in den unteren Verzweigungen. Durch Gibberellin-Hemmer kann die Streckung im Herbst unterbunden werden. Die dazu notwendigen Aufwandmengen hängen vom Termin der Spritzung, der danach noch zu erwartenden Wachstumsdauer bis zur Vegetationsruhe und von der Rapssorte ab.
 
Die Wirkung des Carax gegen vorhandene Phomainfektionen sowie Peronospora ist bei reduzierter Aufwandmenge oft zu schwach. Sind bereits stecknadelkopfgroße Phomainfektionen zu finden, sollte das Carax mit Folicur kombiniert werden. Im Vergleich zum Folicur ist die wachstumsregulatorische Wirkung des Carax stärker einzustufen. Wenn die Wachstumsreglererhöhung nicht benötigt wird, empfiehlt sich, gegen Phoma die Mischung mit Cantus beziehungsweise Cantus Gold einzusetzen.
 

Beizen gegen stark belastetes Saatgut

Das Weizen-Saatgut ist in diesem Jahr teilweise stark belastet mit Krankheiten, vorwiegend mit F. culmorum, M. nivale, zum Teil mit Septoria nodorum und in Einzelfällen mit Cephalosporium. Im Gersten-Saatgut sind ebenfalls M. nivale, F. culmorum sowie Drechslera-Arten und Rhynchosporium zu finden. In den letzten Jahren verstärkt sich zudem der Anteil von Proben mit Flugbrand in Gerste und Weizen, aber auch von Steinbrand im Weizen. Hinzu kommt in Höhenlagen der Befall mit Zwergsteinbrand.

Temperaturabhängige Infektionen

Bei früher Aussaat und Temperaturen über 18 °C sind Keimlingsinfektionen mit Weizen- und Gerstenflugbrand sowie mit Drechslera sorokiniana möglich. Fusarien-Infektionen (F. graminearum. F. culmorum) sind zwischen 14 und 22 °C zu erwarten. in diesem Temperaturbereich treten auch Infektionen mit DTR (im Weizen) und D. teres (Gerste) ein. Gaeumannomyces graminis (Schwarzbeinigkeit) befällt die Getreidewurzel bei Temperaturen über 12 (- 20) °C , zwischen 13 und 17 °C ist mit dem Roggenstengelbrand zu rechnen.
 
Unter kühlen Bedingungen (unter 10 °C) ab Mitte Oktober sind Infektionen durch Septoria nodorum (8 - 12 °C), Typhula (2 - 12 °C), Weizensteinbrand (5 - 10 °C) und Zwergsteinbrand (3 - 10 °C) möglich. Gegen Vegetationsende infizieren Streifenkrankheit (Drechslera graminea bei 2 - 10 °C) und M. nivale (Schneeschimmel bei 0 - 7 °C) das Getreide.

Zugelassene Getreidebeizen und deren Wirkung

          Nur in Wintergerste:
  • Baytan universal gegen Flugbrand, Mehltau, Typhula, Drechslera-Arten, M.nivale, F. culmorum, Rhynchosporium.

    In Weizen, Roggen und Triticale:

  • EfA Spezial gegen Rhynchosporium, M. nivale ,F. ssp, Drechslera, Septoria nodorum, Brande (bis auf Zwergsteinbrand), Septoria, Drechslera-Arten
  • Arena C gegen M. nivale ,F. ssp, Brande (bis auf Zwergsteinbrand), Septoria,
  • Celest gegen M. nivale, F. ssp, Steinbrand, Roggenstengelbrand

    In Weizen, Roggen, Triticale und Wintergerste:

  • Landor CT gegen M. nivale, F. ssp, alle Brande incl. Zwergsteinbrand, Septoria, F. ssp, Brande
  • Rubin TT gegen M. nivale, Streifenkrankheit, Septoria, Drechslera-Arten, (F. ssp), Brande (bis auf Zwergsteinbrand), Typhula, Frühbefall mit S.tritici, Rosten, Mehltau

    Spezial-Beizen:

  • Jockey, Galmano gegen M. nivale, Streifenkrankheit, Septoria, Schwarzbeinigkeit, Brande, Zwergsteinbrand, Mehltau, Roste, S. tritici bis 4-Blatt, Typhula
  • Latitude als Zusatzbeize gegen Schwarzbeinigkeit
  • Contur Plus als Zusatzbeize gegen Brachfliege 
Auch interessant