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Forst

Waldbauern fordern Ausgleich

von , am
28.08.2009

München - Die Waldbauern leisten durch ihre nachhaltige Bewirtschaftung und Pflege der Wälder einen herausragenden Beitrag zum Klimaschutz.

© agrarfoto.com

Allein die bayerischen Wälder haben der Atmosphäre eine Milliarde Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid entzogen, und pro Sekunde wird es eine Tonne mehr.

"Unsere Wälder sind aber auch die Leidtragenden, da der Klimawandel durch zunehmende Wetterextreme und längere Trockenzeiten massive Schäden verursacht. Deshalb müssen nun endlich für notwendige Anpassungsmaßnahmen und Projekte unserer Waldbauern Gelder aus dem Emissionshandel bereitgestellt werden", erklärt Bernhard Weiler, Waldpräsident des Bayerischen Bauernverbandes.

Geld muss den Geschädigten zu Gute kommen

Wenn der Staat schon die Verursacher der Schäden zur Kasse bitte, müsse das Geld auch den Geschädigten als Ausgleich zu Gute kommen. Bislang gingen die Waldbesitzer leer aus, da nur Projekte im Ausland finanziert würden oder das Geld auf das Bankkonto des Finanzministeriums flösse. Die Ankündigung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, einen Wald-Klima-Fonds einzrichten zu wollen, wird vom Berufsstand ausdrücklich begrüßt.

Ein Jahr Weihenstephaner Erklärung: Bilanz durchwachsen

Bei der Ausgestaltung sei jedoch darauf zu achten, dass das Geld auch tatsächlich den betroffenen Waldbesitzern im eigenen Land zugute komme. Dazu zählt beispielsweise die Förderung des Waldumbaus, der Waldpflege, der Walderschließung, der Forstzusammenschlüsse und der Holzverwendung. Die Bilanz nach einem Jahr "Weihenstephaner Erklärung", einer Zusammenarbeit der Staatsregierung sowie 21 forstlicher Verbände, ist nach Ansicht des Bayerischen Bauernverbandes durchwachsen.

Öffentliche Bauvorhaben: Verstärkt auf Holz setzen

Zwar wurden zahlreiche Forschungsprojekte und Veranstaltungen initiiert sowie der Waldumbau durch die bayerische Staatsregierung stärker gefördert, doch dringender Handlungsbedarf bestehe immer noch bei der verstärkten Verwendung des Rohstoffs Holz bei öffentlichen Bauvorhaben. Hier könnten sich die verantwortlichen Entscheidungsträger die Landwirtschaft zu Vorbild nehmen, die seit 2008 einen Arbeitsschwerpunkt auf landwirtschaftliches Bauen in Holz gesetzt hat.

Holz als Baustoff: CO2 langfristig gebunden

Der Wald unterstützt die Bekämpfung des Treibhauseffektes nicht nur bei seinem Wachstum, sondern auch wenn Holz etwa für Hausbauten, Modernisierungen oder Möbel verwendet wird, dann wird der enthaltene Kohlenstoff fest gesetzt. Auch ersetzt Holz andere energieintensive Materialien wie Stahl oder Beton, die auf Basis endlicher Rohstoffe hergestellt werden. Im Gegensatz zur klimaschädlichen Aufbereitung und Verbrennung fossiler Energieträger belastet Holz unsere Atmosphäre nicht, da es nur so viel CO2 freisetzt, wie es vorher gebunden hat. (pd)

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