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Forst

Waldstrategie 2020: Bundesregierung konkretisiert Holzeinschlagsziel

von , am
09.11.2011

Berlin - Die Bundesregierung hat ihr Holzeinschlagsziel in der Waldstrategie 2020 auf 100 Millionen Vorratsfestmeter konkretisiert.

Der Druck auf die Wälder nimmt zu. Die endlichen fossilen Rohstoffe werden knapper und der Holzverbrauch steigt. © Peter Kamp/pixelio
In ihrer Antwort auf Fragen der bündnisgrünen Sprecherin für Waldpolitik, Cornelia Behm , teilte sie jetzt mit, dass sich die in der Waldstrategie genannte Obergrenze des Holzeinschlags von 100 Millionen Kubikmeter pro Jahr in Vorratsfestmetern bemesse.
 
Gleichzeitig wird das Rohholzpotential in den deutschen Wäldern mit 101 Millionen Vorratsfestmeter oder 80 Millionen Erntefestmeter im Jahr veranschlagt, basierend auf der Waldentwicklungs- und Holzaufkommensprognose WEHAM.

100 Millionen Vorrats- statt Erntefestmeter

"Angesichts dieser Zahlen wäre ein Holzeinschlagsziel von 100 Millionen Erntefestmetern, so wie es bisher vielfach verstanden wurde, unverantwortlich gewesen", kommentierte Behm diese Angaben. Es sei gut, "dass das jetzt ausgeräumt ist". Als unvollständig und irreführend kritisierte die Grünen-Politikerin jedoch die Antworten zum Holzeinschlag. Den habe die Bundesregierung sowohl in Vorratsfestmetern als auch in Erntefestmetern angeben sollen. Sie nenne jedoch nur den für Deutschland in der amtlichen Holzeinschlagstatistik erfassten Holzeinschlag der vergangenen fünf Jahre von im Schnitt 60 Millionen Erntefestmetern pro Jahr. Auf diese Weise erwecke die Regierung den Eindruck, der Einschlag könne noch um rund ein Drittel auf 80 Millionen Erntefestmeter gesteigert werden.

Mögliche Einschlagssteigerung bleibt unklar

Laut Behm unterschätzt die Holzeinschlagstatistik bekanntermaßen jedoch den Gesamtumfang des jährlichen Holzeinschlags. Bei der Bundeswaldinventur II sei festgestellt worden, dass diese Statistik nur 70 Prozent der ermittelten Einschläge erfasst habe, vermutlich aufgrund von Einschlägen von Privatwaldbesitzern und Selbstwerbern, die nicht in die Statistik eingegangen seien. Für einen angemessenen Vergleich wäre es nach Auffassung der Abgeordneten daher angebracht, die Zahlen aus WEHAM mit denen der Inventurstudie 2008 zu vergleichen. Dort sei die Rede davon, dass 93 Prozent des Zuwachses zwischen 2002 und 2008 durch Holzeinschlag und natürlichen Abgang abgeschöpft worden seien. "Die Bundesregierung sollte vor dem Hintergrund dieser Angaben schleunigst Klarheit darüber schaffen, welche Steigerung des Holzeinschlags sie tatsächlich noch für möglich hält", mahnte Behm.
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