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Forst

Waldstrategie 2020: DBV fordert gesunden Realismus statt grünem Sozialismus

von , am
12.02.2011

Berlin - Der DBV unterstützt das Ziel der Bundesregierung, mit der geplanten "Waldstrategie 2020" die nachhaltige Waldnutzung ebenso wie die Leistungsfähigkeit des Waldes zu fördern.

© Rainer Sturm
Angesichts weltweit knapper werdender Rohstoffe und wachsenden Anforderungen an den Klimaschutz kommt es mehr denn je auf eine effiziente Nutzung der bedeutendsten Biomasse Deutschlands, den deutschen Wald, an, ohne die seit Jahrhunderten gepflegten Grundsätze der nachhaltigen Waldnutzung aufgeben zu müssen.
 
Einen gravierenden Schwachpunkt sieht der Deutsche Bauernverband (DBV) in dem vorliegenden Strategieentwurf jedoch in dem Versuch, zweifelhaften und verklärten Interessen bestimmter Gesellschaftsgruppen nachzulaufen, die Waldnutzung zu sozialisieren und durch widersinnige Auflagen weiter einzuschränken. Die Umsetzung einer solchen Strategie würde massive Eingriffe in die Eigentumsrechte der Waldbesitzer nach sich ziehen. Das lehnen die deutschen Bauern, von denen jeder zweite auch Wald besitzt, rigoros ab.

Moderne Waldwirtschaft ist
der beste Waldnaturschutz

Erst die Nutzung des Waldes durch die vielen tausend gut ausgebildeten Forst- und Landwirte hat die heute schützenswerte Vielfalt an Arten und Biotopen hervorgebracht und nur mit ihnen kann diese Vielfalt auch erhalten werden. Der DBV fordert daher die Bundesregierung auf, bei dem guten Ansatz einer zukunftsgerichteten Waldstrategie 2020 ohne Umschweife auf die richtigen "Player" zu setzen und die Zukunft der modernen nachhaltige Waldwirtschaft zusammen mit ihren Bewirtschaftern anzugehen.

Wald in guten Händen

Zwei Drittel der heimischen Wälder sind heute bereits mit mindestens einer Schutzkategorie wie beispielsweise Naturparke, Naturschutz- oder FFH-Gebiete belegt, die im wesentlichen den Schutz und den Erhalt zusätzlich unterstützen sollen. 70 Prozent der rund 11 Millionen Hektar Wald sind nach Grundsätzen nachhaltiger Forstwirtschaft von unabhängigen Dritten zertifiziert und dokumentieren damit die nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Chancen nutzen, statt vergeben

Aber auch ohne dieses in Europa einmalige Beispiel von Maßnahmen zur nachhaltigen Bewirtschaftung hat die deutsche Forstwirtschaft bewiesen, dass sie verantwortungsvoll mit dem Wald umgeht und gleichzeitig ein ganzes Bündel an Dienstleistungen der Gesellschaft unentgeltlich zur Verfügung stellt: Wald als Erholungsraum und ökologisch wertvoller Lebensraum, als Klimaschutzregulator und Trinkwasser- und Luftfilter. Vor allem schafft der Wald Wertschöpfung und Arbeitsplätze und ist damit eine wichtige Voraussetzung für lebenswerte ländliche Räume. (pd)
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