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Forst

Waldzustand: Eichen, Buchen und Fichten erholen sich

© Mühlhausen/landpixel
von , am
11.03.2014

Berlin - Der Waldzustand hat sich 2013 verbessert. Die Eiche bleibt die mit Abstand am stärksten von Kronenverlichtungen betroffene Baumart. Das geht aus dem Bericht des BMEL hervor.

Eichen machen nur gut zehn Prozent aller Waldbäume aus. © Ich-und-Du/pixelio.de
Der Zustand des Waldes in Deutschland hat sich 2013 weiter verbessert. Das ist das Ergebnis der jüngsten Waldzustandserhebung, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) am Montag in Berlin veröffentlicht hat. Bei Buchen, Fichten und Eichen wurden Verbesserungen der Baumgesundheit festgellt. Die stärksten Schäden weisen nach wie vor die Eichen auf. Aber ihr Zustand hat sich im vergangenen Jahr am stärksten von allen Baumarten verbessert.

Voll benadelt, belaubt oder verlichtet?

Mit der Waldzustandserhebung wird jedes Jahr der Zustand des deutschen Waldes bewertet. Als Indikator für den Zustand des Waldes dient den Förstern die Bewertung der Baumkrone.
 
Die Abweichung von einem voll benadelten oder voll belaubten gesunden Baum der jeweiligen Art wird als Kronenverlichtung bezeichnet und in mehreren Stufen ermittelt. "Deutliche Kronenverlichtungen" liegen vor, wenn eine Verlichtung von mehr als 25 Prozent (%) vorliegt. Eine Kronenverlichtungen zwischen elf und 25 Prozent gilt als Warnstufe, bis zehn Prozent Kronenverlichtung ist die kritischte Stufe. 
 
Insgesamt haben 38 % der Waldfläche keine Schäden an den Baumkronen. 39 % der Bäume weisen leichte Schäden auf und der Anteil der Bäume mit deutlichen Kronenverlichtungen ist von 25 % im Jahr 2012 auf nun 23 % gesunken.

Entwicklungen im Einzelnen

Bei den in Deutschland am häufigsten vorkommenden Baumarten ergaben sich im Einzelnen folgende Entwicklungen.
  • 24 % der Fichten haben deutliche Kronenverlichtungen. Das entspricht einer Verbesserung um drei Prozentpunkte gegenüber dem Jahr 2013. Auf die Warnstufe entfallen 38 %. Ohne Verlichtung waren unverändert 38 Prozent.
  • Bei der Kiefer beträgt der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen unverändert elf Prozent. Auf die Warnstufe entfallen 42 %. Dennoch ist der Zustand der Kiefern besser als bei den anderen Baumarten.
  • Erfreuliche Ergebnisse teilt das BMEL für Buche und Eiche mit. Die Erholung der Buche hat sich fortgesetzt. Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen hat sich von 38 % auf 35 % verringert. Auf die Warnstufe entfallen 42 %.
  • Die Eiche hat sich verbessert. Bei ihr ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen von 50 % auf 42 % gesunken. Trotzdem bleibt die Eiche die am stärksten verlichtete Baumart in den Wäldern. Vor allem setzen ihr durch verschiedene Schmetterlingsraupen verursachte Fraßschäden zu, auf die oft Mehltaubefall am neuen Austrieb folgt.

Elf Millionen Hektar Wald in Deutschland

Rund ein Drittel der Landesfläche in Deutschland besteht aus Wald (11,1 Millionen Hektar). Die häufigsten Baumarten sind hierzulande die Nadelbäume Fichte (28 %) und Kiefer (24 %), gefolgt von den Laubbäumen Buche (15 %) und Eiche (zehn Prozent). Alle vier Baumarten nehmen zusammen rund drei Viertel der Waldfläche ein.
 
Der Waldzustand wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken oder abschwächen können. Hierzu gehören das Baumalter und die Veranlagung der einzelnen Bäume, die gegenwärtige und frühere Bewirtschaftung, Standortfaktoren, das Auftreten von Schadorganismen, der Eintrag von Luftschadstoffen und anderes.
 
Der Waldzustand wird seit 1984 basierend auf einem systematischen Netz von Stichproben jährlich in den Monaten Juli und August von den Ländern erhoben.
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