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Bewässerungstechnik

Wasserspiegel sinken trotz Beregnung nicht

Bewässerung bei Abendstimmung
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
06.06.2018

Bundesweit ist es viel zu trocken. Privates Wässern von Gärten wird teilweise schon eingeschränkt. Senkt Beregnung den Wasserpegel? Dazu überraschende Ergebnisse.

Der Mai war in vielen Regionen deutlich zu trocken. 140 Millimeter Wasserdefizit meldet beispielsweise die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen. Die Gerste geht auf den leichten Standorten im Norden und Nordosten schon in die Notreife.

Die Berater erwarten deutliche Mindererträge bei der Getreide- und Rapsernte. Der Mais entwickelt sich im LWK-Beratungsgebiet derzeit noch normal, braucht aber in den kommenden 14 Tagen dringend Niederschläge.

Viele Kommunen haben mittlerweile die private Wasserentnahme zur Gartenbewässerung eingeschränkt.

Besonders im Fokus ist jetzt die Beregnung landwirtschaftlicher Kulturen. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat dazu überraschende Fakten vorgestellt.

Kanonen im Dauerbetrieb

Derzeit helfen in intensiven Ackerbauregionen wieder viele Landwirte mit künstlichem Regen nach.

Beispielsweise laufen auf den leichten Böden im Nordosten Niedersachsens zurzeit alle verfügbaren Beregnungsmaschinen in Wintergetreide, Sommergetreide und frühen Kartoffeln. Und das rund um die Uhr.  

Wasserspiegel sinkt nicht

Doch langjährige Untersuchungen der LWK zeigen, dass der Grundwasserspiegel trotz zeitweilig intensiver Feldberegnung nicht gesunken ist.

Besonders dieses Jahr ist der Grundwasserspiegel in vielen Beregnungsregionen, nicht nur in Niedersachsen, ein bis zwei Meter höher als üblich. Das liegt an den ergiebigen Niederschlägen im zurückliegenden Jahr.

Wie viel Grundwasser die Landwirtschaft entnehmen darf, regeln langfristige wasserrechtliche Erlaubnisse. Die werden von den Wasserbehörden an die Beregnungsverbände vergeben, in denen die Landwirte organisiert sind.

Bis 400 Euro pro Hektar

In Regionen, wo es bisher nur wenige Beregnungsmöglichkeiten gibt, denken viele Landwirte über die Anschaffung von Beregnungstechnik nach.

Jeder Millimeter Regen aus der Düse kostet den Bauern im Durchschnitt rund drei Euro. Das sind bei 80 Millimeter Zusatzwasser je nach Kosten der Wasserbereitstellung und je nach eingesetzter Technik etwa 200 bis 400 Euro pro Hektar. Teilfächengenaue Beregnung ist in der Installation teurer, soll aber Wasser und Energie sparen.

600.000 ha beregnete Fläche

Beregnungsanlagen stehen vorrangig auf Betrieben mit einem hohen Anteil beregnungswürdiger Früchte und leichter Böden.

In Niedersachsen können mehr als 300.000 Hektar bewässert werden. Das entspricht einem Anteil von etwa zwölf Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) Niedersachsens und knapp 60 Prozent der gesamten Beregnungsfläche Deutschlands.

Bundesweit werden knapp 600.000 Hektar bewässert, das sind etwa drei Prozent der gesamten LF Deutschlands.

Mit Material von LWK Niedersachsen

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