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Welthunger: Gutes Saatgut ist der Schlüssel

von , am
11.06.2013

Berlin - Auf der Pressekonferenz des BDP stellte sich zum einen die neue Vorsitzende Stephanie Franck vor. Zum anderen präsentierten Wissenschaftler, welchen Nutzen die Pflanzenzüchtung beim Kampf gegen den Hunger hat.

Zwei Anliegen hatte der Bund der Deutschen Pflanzenzüchter (BDP) bei der heutigen Pressekonferenz in Berlin. Zum einen wurde die neue Vorsitzende Stephanie Franck vorgestellt. Sie löst den langjährigen Vorsitzenden Dr. Kartzvon Kameke ab.
Und zum anderen präsentieren Wissenschaftler eine neue Studie, die den Nutzen der Produktivitätssteigerung durch Züchtungserfolge quantifiziert.

Franck: Innovationen müssen geschützt werden

Die neue Vorsitzende betonte gleich zu Beginn der Veranstaltung, dass es mit dem Wechsel an der Spitze keinen Kurswechsel im Verband geben werde. Die Schwerpunktsetzung und die Topthemen werden die gleichen bleiben. In ihrem Statement forderte Sie, dass "das geistige Eigentum, das heißt die kreative Leistung die sich um Saatgut verkörpert" geschützt sein muss. Deutliche Position bezog die neue Vorsitzende zum Patentrecht: Franck betonte, dass der Schutz der Innovation und auch der Zugang zu genetischen Ressourcen wichtig ist. Weiter bestehe der BDP darauf, dass geschütztes Material zum Kreuzen genutzt werden darf. "Biologische Verfahren zur Züchtung von Pflanzen sollen nicht patentierbar sein und die Produkte auch nicht". Das schließt aber nicht aus, dass technische Innovationen schützbar sind, so Franck.

Ertragszuwachs allein durch Züchtung

Prof. Harald von Witzke stellte die Ergebnisse der Studie vom Humboldt Forum for Food and Agriculture vor. Im Untersuchungszeitraum von 1991 bis 2010 habe der jährliche Ertragszuwachs beim Weizen bei 1,1 Prozent gelegen. Produktionssteigerung sei durch zwei Dinge möglich, so von Witzke. Zum einen durch eine höhere Intensität und zum anderen durch Innovation. Die Studie zeigt, dass bei Weizen der gesamte Ertragszuwachs das Ergebnis von Innovationen ist. Wenn es in den letzten zwei Jahrzehnten keine Pflanzenzüchtung gegeben hätte, gäbe es 20 Prozent weniger Flächenerträge allein in Deutschland, über 160 Millionen Tonnen mehr CO2 Emissionen aufgrund zusätzlicher Flächenausdehnung, und neun Milliarden Euro würden beim Bruttosozialprodukt fehlen, ergänzte Dr. Steffen Noleppa von agripol.

Eine Welt ohne Hunger ist realistisch

Für Prof. von Braun vom Zentrum für Entwicklungsforschung ist eine Welt ohne Hunger realistisch. "Der Hunger ist auf dem Weg zum Verschwinden", so von Braun.  Eine Welt ohne Hunger ist realistisch in den Jahren 2030 bis 2040. Dabei trage Pflanzenzüchtung wesentlich dazu bei, die Welt zu ernähren. An gutem Saatgut hänge das Einkommen von Kleinbauern, denn die Produktivitätssteigerung hängt am Saatgut", erklärte Braun. Doch Pflanzen könne mehr als den Ertrag steigern. Die Züchtung könne sich auf Qualität und Inhalte wie Mineralien und Vitamine konzentrieren. Denn der stille Hunger also der Hunger nach Vitaminen und Mineralien belaste zwei Milliarden Menschen auf der Welt. Hier würden Züchtungen wie der eisenhaltige Weizen oder die Vitamin A-haltige Süßkartotoffel helfen.
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