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Aus der Wirtschaft

Weltweit erste Energierübe zugelassen

von , am
07.02.2011

Göttingen - Das dänische Sortenamt hat die nach Firmenangaben weltweit ersten Energierüben aus dem Züchtungsprogramm der KWS SAAT AG zugelassen.

© Mühlhausen/landpixel
Ab Frühjahr 2011 können die beiden neuen Sorten angebaut werden. Für sieben weitere Sorten habe man nach Angaben der KWS SAAT AG beim Bundessortenamt in Hannover die Zulassung beantragt. Das Unternehmen benennt die neuen Energierübensorten nach Frauennamen, die auf y enden: Den Anfang machen LissyKWS ("Die Saubere") und GertyKWS ("Die Starke"), die Farbe des Energierüben-Saatgutes ist gold-gelb.
 
Das Saatgut werde nach Angaben der KWS SAAT AG "im Preissegment der Spezial-Zuckerrübensorten" der KWS liegen. Die neuen Energierüben sind nach Unternehmensangaben eine Weiterentwicklung aus der Zuckerrübe und aus der Futterrübe.

Gute Eigenschaften

Neben einem hohen Trockenmassegehalt von über 23 Prozent spielen bei der Züchtung nach Angaben von Dr. Andreas von Felde, Leiter Energiepflanzen, auch andere Parameter wie Abreinigungseigenschaften, Oberfläche und Ausprägung der Wurzelrinne eine Rolle. Diese äußeren Unterschiede seien derzeit jedoch nur von einem geschulten Auge oder durch Messtechnik erkennbar.

Biogas aus Zuckerrüben

Nach Angaben von Dr. Alexander Coenen, Regionenleiter Zuckerrübe Deutschland/ Österreich, gehe man davon aus, dass weit über 50 Prozent der Biogasanlagen in Deutschland auf rübenfähigen Standorten stehen. Bei einem Anteil von etwa 15 bis 25 Prozent Rübensubstrat im Fermenter rechnet das Unternehmen daher perspektivisch mit einer potenziellen Rübenanbaufläche mehrere 10.000 Hektar.

Vertrieb von Saatgut

Mit den für den Biogaseinsatz vorgesehenen Rüben setzt die KWS SAAT AG auch auf einen neuen Saatgut-Vertriebsweg: Während Zuckerrübensaatgut bislang über die Zuckerfabriken bestellt wird, können sowohl die neuen Energierübensorten als auch die beiden für von der KWS für die Biogasproduktion empfohlenen Zuckerrübensorten EleonoraKWS und CorvettaKWS auch direkt über einen Vertriebspartner bezogen werden.

Trennung der Sorten

Die KWS SAAT AG weißt darauf hin, dass die neuen Energierübensorten wegen ihrer Inhaltsstoffe (Alpha-Aminostickstoff, Kalium, Natrium) ungeeignet sind für den Einsatz in der Zuckerfabrik. Landwirte, so Dr. Coenen, sollten im eigenen Interesse auf eine strikte Trennung der Sorten achten. Mit der Energierübe will das Unternehmen auch für den Rübenanbau verlorenes Terrain zurückerobern, aber auch Regionen erschließen, in denen bislang keine Rüben wuchsen – etwa das Emsland. Zum Vergleich: Während nach der Wende die Rübe in Deutschland noch auf 700.000 Hektar wuchs, schrumpfte ihr Anbau wende- und zuckermarktreformbedingt auf heute rund 370.000 Hektar. (pd)
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