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Weniger Insektizide durch neues Analysesystem

von , am
24.08.2009

Wetzlar - Die Frage, wann und wo Insektizide auszubringen sind, soll ein automatisches Mess- und Analysesystem künftig beantworten.

Via Funk überträgt das Gerät die Daten vom Feld zum Anwender. © Werkbild

Ein entsprechendes Vorläufergerät befindet sich beim hessischen Technologiespezialisten Helmut Hund GmbH in der Entwicklung.

Es basiert auf dem Bio Aerosol Analysator (BAA), den das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut entwickelt hat. Das System nimmt Luftproben und bestimmt die darin vorgefundenen Insekten in einem opto-elektronischen Verfahren ganz ohne menschliches Zutun. Das Ergebnis wird vom Feld zum Anwender gefunkt, der den punktuellen Einsatz der passenden Insektizide initiiert.

 

Insekten-Klassifizierung im Minutentakt

Die Klassifizierung der Insekten erledigt das System bei Bedarf im Minutentakt und rund um die Uhr. Lediglich die Magazine der Probenträger sind alle paar Wochen zu tauschen. Dass die Technik problemlos und mit hoher Trefferquote arbeitet, beweisen die technisch gleichen, beim Deutschen Wetterdienst (DWD) zur Pollenflugvorhersage bereits in Betrieb genommenen Systeme, die derzeit zu einem bundesweiten Netz ausgebaut werden. Für den Einsatz zum Klima- und Gesundheitsschutz hat der Hersteller unlängst eine Kooperation mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung bzw. dem Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) in Frankfurt am Main vereinbart.

Partner für Feldversuche gesucht

Parallel sucht Hund Partner für Feldversuche im Agrarbereich. Der BAA ist nicht allein auf Pollen und Insekten fokussiert: Sein Erkennungssystem kann auf beliebige Elemente ab fünf Mikrometern Durchmesser programmiert werden, beispielsweise auch Stäube, Pilze und andere phytogene Elemente. Der interne Aufwand des Systems zur Identifikation einer Probe ist gewaltig: Pro Durchlauf werden 70 Schichtbilder im eingebauten 3D-Scanner erzeugt und analysiert. Anhand charakteristischer Merkmale bestimmt das System das Objekt unter der Linse. Etwa ein Terabyte Daten werden dabei pro Tag verarbeitet. Weltweit gebe es keine vergleichbare Technologie, so der Hersteller. (pd)

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