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Wetterdienste warnen vor Dürre in Deutschland

dürre
am Montag, 27.04.2020 - 10:55 (Jetzt kommentieren)

Der Wasserspeicher der Böden ist leer, es fehlt der Niederschlag. Droht uns 2020 ein neuer Dürresommer? Die Bauern warten auf den Regen.

Forschern und Wirtschaft bereiten die Wasserspeicher der Böden und der bislang fehlende Frühjahrsregen Sorgen. Mit anhaltender Trockenheit wächst in Deutschland die Gefahr einer Dürre. "Die letzten beiden Jahre waren außergewöhnlich trocken. Die Böden brauchen nun Regen. Ihre Wasserspeicher sind nur zum Teil wieder aufgefüllt worden", sagte Klimaforscher Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Der Landwirtschaft drohe eine Missernte: "Die Bauern haben aber noch Hoffnung. Wenn es in den kommenden zwei bis drei Wochen kräftig regnet, kann dies den trockenen April ausgleichen." Die Situation ist in ganz Westeuropa angespannt - auch große Teile Polens, der Ukraine und Rumäniens sind seit Ende des Winters sehr trockenen Bedingungen ausgesetzt.

Die heimischen Wälder leiden ebenfalls in den letzten drei Jahren unter extrem hohen Temperaturen, Niederschlagsmangel und Schädlingsbefall. "Nach drei Jahren Trockenheit kann man nicht mit Sicherheit vom Klimawandel sprechen", so Latif. Aber es deute alles auf den Klimawandel hin, wenn man die Trockenheit, die Durchschnitts-Temperaturen und die Niederschläge betrachtet.

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Bei Regen drohen Überschwemmungen

Auch der Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach meldete am Wochenende: "Die derzeitige Wetterlage erinnert etwas an den Dürresommer 2018." Ab Dienstag allerdings muss deutschlandweit verbreitet mit Schauern oder schauerartigem Regen gerechnet werden. Auch Gewitter seien in der kommenden Woche möglich. Dabei bestehe die Gefahr von starkem Regen und auch Sturmböen.

DWD-Meteorologin Jacqueline Kernn warnt aber vor Überschwemmungen: Da die Böden während der anhaltenden Schönwetterphase der vergangenen Wochen austrocknen konnten, bestehe bei plötzlich einsetzendem Starkregen die Gefahr, dass das Regenwasser nicht abfließen kann.

Zum Start in die Woche bleibe es noch mild mit Temperaturen von 25 Grad oder mehr, so die DWD-Meteorologin. Erst in der zweiten Wochenhälfte werden die Werte bundesweit unter 20 Grad fallen. Am 29. April will der DWD seine vorläufige Wetterbilanz für den laufenden Monat veröffentlichen.

Welche Folgen der Landwirtschaft und insbesondere der Versorgung mit Futtermitteln drohen, lesen Sie hier.

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