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Glyphosat

WHO-Forscher: 'Glyphosat ist doch nicht krebserregend'

Mit einem Totalherbizid behandeltes Ausfallgetreide.
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Katharina Krenn, agrarheute
am
17.05.2016

Zu diesem Schluss kommt nun die WHO, obwohl zuvor eine WHO-Behörde zu dem gegenteiligen Ergebnis gekommen war. Das ist der Grund.

Das WHO-Fachgremium "Joint Meeting of Pesticide Residues" (JMPR) ist nun zu dem Schluss gekommen, dass es unwahrscheinlich ist, dass Glyphosat ernährungsbedingt ein Krebsrisiko für den Menschen darstellt. Dieses aktuelle Ergebnis überrascht im Hinblick auf den Experten-Streit, welcher entbrannte, nachdem die WHO-eigene Behörde IARC im vergangenen Jahr eine gegenteilige Bewertung veröffentlichte.

In dem IARC-Bewertungsbericht hieß es, dass Glyphosat wahrscheinlich Krebs verursacht. Gegen die Risikobewertung des Bundesinstitut für Risikoforschung wurden daraufhin Vorwürfe der Unwissenschaftlichkeit laut.

Das IARC-Ergebnis befeuerte den Streit um die Frage der Neuzulassung des Herbizid-Wirkstoffs. Morgen soll es dazu auf EU-Ebene eine Entscheidung geben.

"Geringe akute Toxizität"

In der gestern veröffentlichten Zusammenfassung kommt das JMPR zu dem Schluss, dass Glyphosat eine sehr geringe akute Toxizität aufweist und dass die überwältigende Mehrheit der Studien keine genotoxischen Effekte zeigt. Das Gremium kommt zu dem Ergebnis, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass durch Glyphosat-Rückstände in der Nahrung ein Krebsrisiko für den Menschen ausgeht.

Warum das WHO-Fachgremium zu einem anderen Ergebnis als die Krebsforschungsagentur der WHO komme, liege darin begründet, dass verschiedene Analyseverfahren und Risikobewertungen vorgenommen wurden.

JMPR versus IARC: Hier liegt der Unterschied

Die JMPR-Forscher bewerteten das Risiko von Krebs bei der Aufnahme von Mengen von Glyphosat, die in die Umwelt gelangen und denen ein Mensch durchschnittlich ausgesetzt ist. Das deckt sich auch mit der Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikoforschung als Reaktion auf das gegenteilige IARC-Ergebnis, dass in der Öffentlichkeit für viel Aufsehen gesorgt hat. Die Krebsforschungsagentur IARC analysiere hingegen die Wirkungen von Glyphosat im Allgemeinen, also auch in hohen Dosen.

Ergebnis stärkt Befürworter den Rücken

Die Entscheidung über eine Neuzulassung des Wirkstoffs Glyphosat steht kurz bevor. Morgen entscheidet die EU, ob und für wie lange Glyphosat wieder zugelassen werden soll. Das aktuelle Ergebnis der WHO stärkt nun den Befürwortern den Rücken.

"Aufgrund der positiven Sicherheitsbewertungen der zuständigen Behörden sollte einer Verlängerung der Zulassung von Glyphosat um weitere 15 Jahre fachlich nichts im Wege stehen. Wir gehen davon aus, dass nunmehr die zunehmend politisierten und teilweise unsachlichen Kampagnen ein Ende finden.“, so die Reaktion von Ursula Lüttmer-Ouazane, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Glyphosat (AGG).

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