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Der Wild-Apfel: Nur noch rund 5.500 Bäume

von , am
26.04.2013

Bonn - In Deutschland existieren noch 5.641 Wild-Apfel-Individuen in 244 Wild- Vorkommen. Dies ist das Ergebnis einer Bestandserhebung der BLE im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Die einzige in Mitteleuropa heimische Apfel-Art ist in vielen Teilen Deutschlands gefährdet. © Hans Dunker/pixelio.de
Im bundesweiten Durchschnitt beträgt die Populationsgröße damit nur 23 Individuen. Der lichtbedürftige Wild-Apfel kämpft mit dem Rückgang der Hartholzauenwälder sowie der Aufgabe der Nieder- und Mittelwaldwirtschaft.
 
Seine Bestände reduzieren sich damit durch "Ausdunkeln". Die meisten Wild-Äpfel gibt es noch in Sachsen-Anhalt (Mittlere Elbe) und Baden-Württemberg (Südlicher Schwarzwald). Die Altersstruktur der Bäume ist kritisch - vielen Populationen fehlt es an Verjüngung.

Baumpflege und Erhaltungsplantagen: Aktiv für den Erhalt

Daher braucht der Wild-Apfel geeignete Erhaltungsmaßnahmen, die seinen Fortbestand in Deutschland sichern. Im Osterzgebirge haben Wissenschaftler bereits 625 Wild-Äpfel erfasst und sowohl morphologisch als auch genetisch charakterisiert. Zudem wurden an 150 Standorten Pflegearbeiten wie Freischneiden durchgeführt, Sämlinge gepflanzt und Erhaltungsplantagen angelegt. Weitere Bestandsstützungsmaßnahmen sind erforderlich. Die Kriterien für ein "Wann und wie" werden derzeit in einem Projekt zur "Erhaltung der innerartlichen Vielfalt gebietsheimischer Wildobstarten in Sachsen" erarbeitet.

Bund und Länder: Gemeinsam für den Erhalt der Wälder

Neben dem Wild-Apfel gibt es noch eine Reihe weiterer Baumarten wie den Speierling oder die Elsbeere, deren Bestände erfasst und für die Schutzmaßnahmen durchgeführt werden. Zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der forstgenetischen Vielfalt in Deutschland wurde von der Bund- Länder-Arbeitsgruppe "Forstliche Genressourcen und Forstsaatgutrecht" (BLAG- FGR) ein bundesweites Konzept erarbeitet. Es beschreibt die notwendigen Aktivitäten zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Wälder. Die Umsetzung ist Aufgabe der Bundesländer. Das Informations- und Koordinationszentrum für biologische Vielfalt der BLE unterstützt als Geschäftsstelle die Arbeit der BLAG- FGR.
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