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Winterforen Saaten-Union: Die Vielfalt nutzen

von , am
15.01.2013

Magdeburg - Starke Preise - starke Sorten. Unter diesem Motto stehen die Saaten-Union Winterforen 2013, die noch bis Donnerstag an verschiedenen Orten in Ostdeutschland stattfinden.

Die Referenten der Tagung (von links): Christian Puls, Väderstad, Dr. Stefan Kontowski, Weizenzüchter, Marcus Iken, Saaten-Union-Geschäftsführer, Michael Schellenberger, Prof. Enno Bahr, Uni Hohenheim. © Hahn
Die diesjährige Saison der traditionellen Saaten-Union Winterforen wurde am 14. Januar im Magdeburger Herrenkrug eröffnet. Bis zum 17. Januar wird nun unter dem Motto "Starke Preise - starke Sorten" täglich ein Forum in den landwirtschaftlichen Schwerpunktregionen Ostdeutschlands stattfinden.
 
 
 
 
 
 
 
Die Veranstaltung im Herrenkrug war mit 150 Gästen wie üblich sehr gut besucht. Vier Referenten gaben aus ihrem Fachgebiet Hinweise, welche Auswirkungen die derzeitige wirtschaftliche und politische Situation im Agrarsektor auf Marktfruchtbetriebe haben könnten. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Ausrichtung des künftigen Ackerbaus. Vor allem das hohe Preisniveau macht eine intensive Pflanzenproduktion lohnenswert. Empfehlungen zur Wahl der richtigen Sorte und der optimalen Bodenbearbeitung rundeten die Veranstaltung ab.

Brauchen wir Vielfalt auf den Feldern?

Dr. Stefan Kontowski vom Züchterhaus W. von Borries-Eckendorf - ein Gesellschafter der Saaten-Union - hielt einen Vortrag zum Thema: "Welche Getreidesorten wachsen morgen auf unseren Feldern?". Warum brauchen wir überhaupt Vielfalt, war seine einleitende provozierende Frage. Angesichts der Anbauverhältnisse auf deutschen Feldern durchaus berechtigt - offenbar geht es ja auch ohne oder fast ohne Fruchtfolge. Auf über der Hälfte der 12 Millionen Hektar Ackerfläche in Deutschland stehen ja schon Winterweizen und Silomais.

Der Wert von Fruchtwechsel zeigt sich in der Krise

Der Wert von Fruchtwechsel und Sortenvielfalt innerhalb der Kulturen zeigt sich immer in der Krise, erklärte Kontowski. Die Vorteile von Vielfalt im Hinblick auf Umweltschutz, Ertragssicherheit und Einsparung kämen besonders deutlich in schlechten Jahren zum Vorschein.
 
Als Sortenempfehlung aus dem Saaten-Union-Zuchtprogramm empfiehlt er Neuzulassungen mit neuer Genetik, die sich durch Robustheit, Gesundheit und überragenden Ertrag auszeichneten: zum einen die Sorte Tobak und zum anderen für Standorte mit geringerem Ertragspotenzial die Sorte Elixer.
Seine Schlussfolgerungen aus der Frage "Was wächst morgen auf unseren Feldern?": Als dringendes Fazit richtete er die Aufforderung an die Anwesenden: "Nutzen Sie Vielfalt!".

Grundbodenbearbeitung auch vor Strip Till

Catrin Hahn / Redakteurin Joule
Christian Puls vom Landtechnikunternehmen Väderstad stellte anschließend 14-jährige Versuche zur Bodenbearbeitung in Mecklenburg-Vorpommern vor. Hier waren unterschiedliche Intensitäten: Pflugvarianten, mehrere Mulchsaatvarianten und Strip Till miteinander verglichen worden. Die Aufgaben der Bodenbearbeitung für stabile und sichere Erträge standen dabei im Mittelpunkt.
 
Puls’ Schlussfolgerungen führten zu einigem Gemurmel unter den Anwesenden, die in dieser Region seit vielen Jahren gute Erfahrungen mit reduzierter Bodenbearbeitung gemacht haben: Enge Fruchtfolgen fordern eigentlich intensive Bodenbearbeitung. Dem geringen Einsparpotenzial durch Reduzierung der Intensität stehen auf der anderen Seite hohe Verlustrisiken gegenüber. Vor allem bei schwierigen Wetterbedingungen. Auch vor Strip Till hält Puls eine Grundbodenbearbeitung für nötig.
 
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