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Wissenschaftler warnen vor Erschöpfung der Phosphat-Lagerstätten

© landpixel
von , am
30.03.2011

Anaheim - Die weltweiten Phosphat-Lagerstätten zur Düngemittelproduktion sind wahrscheinlich innerhalb der nächsten 30 bis 100 Jahre erschöpft.

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Ohne einen technologischen Durchbruch könnte der Menschheit dann eine globale Nahrungsmittelkrise drohen. Davor warnen fünf wissenschaftliche Gesellschaften von Chemikern aus China, Deutschland, Großbritannien, Japan und den USA in ihrem Bericht "Chemie für eine nachhaltige globale Gesellschaft ". Der Bericht wurde in dieser Woche in Anaheim, Kalifornien, vorgestellt.
 
Bisher greift die Menschheit für die Düngung auf phosphathaltige Gesteinslager zurück. Zwei Drittel der Ressourcen lagern in China, Marokko und der von Marokko beanspruchten Westsahara. Die Nachfrage nach dem Düngemittel steigt rapide, was sich in den Preisen für Phosphatdünger niederschlägt. Nach Darstellung der Chemiker herrscht vor allem in den Böden Australiens und Afrikas südlich der Sahara schon jetzt ein Mangel an Phosphor.

Dringender Forschungsbedarf zur Phosphatgewinnung

Die Wissenschafter vergleichen den kommenden Phosphatmangel mit dem Stickstoffmangel von vor 100 Jahren. Damals wurde mit dem Haber-Bosch-Verfahren ein Prozess zur Ammoniakgewinnung aus gasförmigem Stickstoff und Wasserstoff erfunden, der den Mangel an Stickstoffdünger beendete. Die Chemiker halten einen ähnlichen wissenschaftlichen Durchbruch für notwendig, um die Versorgung mit Phosphor für künftige Generationen zu sichern. Im Prinzip könne Phosphor aus Böden, Flüssen und Ozeanen zurückgewonnen werden, so die Experten. Dort liege es allerdings in hoch verdünnter Form vor. Grundlagenforschung sei dringend geboten, um nachhaltige Lösungen bereitzustellen.
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