Login
Frühjahrsbestellung

5 Tipps zur Rübensaat

AF_Rübensaat
Thumbnail
Karl Bockholt, agrarheute
am
29.03.2018

Die Anbauer stehen in den Startlöchern. Wer jetzt bei der Bodenbearbeitung und der Rübensaat sorgfältig vorgeht, vermeidet Fehlstellen. Dazu geben wir Empfehlungen.

Früh drillen lohnt in aller Regel. Bei Zuckerrüben schlägt sich ein zeitiger Saattermin meist in deutlichen Mehrerträgen nieder. Doch bis dahin ist noch einiges zu berücksichtigen. Wir fassen zusammen.

1. Verdichtete Böden lockern

Wegen der hohen Regenmengen im vergangenen Jahr sind leichte Böden zum Teil recht stark verdichtet. Daher sollten solche Standorte in diesem Frühjahr tief zwischen 15 bis 25 cm gelockert werden. Um möglichst wassersparend zu arbeiten, lautet ein Grundsatz zur Saatbettbearbeitung allerdings: nicht tiefer lockern als säen. Andererseits lockert eine tiefere Bearbeitung verdichtende Böden. Sie fördert auf jeden Fall die Durchlüftung und damit die Bodenerwärmung.

Für die Rübensaat gibt es folgende Tipps, um spätere Probleme zu vermeiden: 

  • Richtigen Reifeninnendruck wählen,
  • etwaige Fahrspuren aus der Vorbewirtschaftung separat aufarbeiten,
  • so tief wie nötig, so flach wie möglich bearbeiten,
  • lieber zu grob als zu fein bearbeiten,
  • letzte Bearbeitung nicht diagonal durchführen. Diagonale Unebenheiten führen bei der Rübenernte sonst schnell zu Verlusten.

2. Rüben möglichst früh säen

Das aktuell durchwachsene Wetter lässt die Hoffnungen auf eine frühe Rübensaat 2018 vielerorts schwinden. Etliche Mulchsaatflächen und auch Winterfurchen sind nach den Frösten zwar oberflächlich hervorragend gar. Gräbt man allerdings etwas tiefer, so wird schnell klar, dass viele Böden kaum ohne Strukturschäden zu befahren sind. Nur auf leichteren Böden ist der Saathorizont bereits ausreichend getrocknet.

Da auch die Bodentemperaturen womöglich noch niedrig bleiben, bedeutet eine zu frühe Saat ein Risiko. Möglich ist ein verzögertes Auflaufen der Rüben. Und auch Schäden durch Mäuse sind möglich.

3. Mäuse am besten ablenken

Schläge an Waldrändern oder Hecken sind Rückzugsorte für Mäuse. Für sie sind die Rübenpillen von der Saat bis zur Keimung ein attraktives Futter. Kühle und trockene Witterung sowie flache Ablage erhöhen das Risiko, dass die Mäuse den Bestand schädigen.

Eine gezielte Bekämpfung der Feldmäuse ist ausgeschlossen. Einen effektiven Schutz bietet aber die Ablenkungsfütterung ein paar Tage vor oder zur Rübensaat:

  • Verteilen Sie alle 50 m eine Handvoll ungebeizte Gerste, Weizen oder Sonnenblumen an den Schlagrändern, möglichst keimunfähige Samen.
  • Oder behandeln Sie die Feldränder mit einem Streuer.
  • Oder stellen Sie Ansitzstangen für Greifvögel auf.

4. Rübenpillen richtig ablegen

Die Rübenpillen sind ausreichend tief abzulegen und mindestens 1,5 cm mit Erde zu bedecken. Die Ablagetiefe muss nicht immer die Bedeckungshöhe sein. Weitere Tipps:

  • Bei Gefahren durch Mäusefraß Bedeckungshöhe des teuren Saatguts von 2,5 cm,
  • Saatanschlüsse lieber zu weit als zu eng,
  • möglichst auf den Flächen zuerst außen und dann innen säen,
  • Durchfahrten durch vorzeitiges Ausheben oder späteres Einsetzen der Sämaschine markieren,
  • Fahrgassen für den Vorauflauf möglichst markieren, etwa durch kurzes Zurücksetzen und Überfahren der Reihen.

5. Unkraut erfolgreich bekämpfen

Für einen erfolgreichen Herbizideinsatz sind die Unkrautgesellschaften genau zu erheben. Danach lässt sich die an die Einsatzbedingungen angepasste Tankmischung ermitteln.

Dazu ist die Broschüre ‚Kraut und Rüben‘ zur Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrüben (LIZ) zusammen mit der Landwirtschaftskammer NRW aktualisiert worden.

Damit lassen sich auch spezielle Fragen rund um den Herbizideinsatz klären, etwa zur Wirkung von Zusatzstoffen, zur Mischbarkeit und zur Düsentechnik. Darin finden sich

  • Wirktabellen,
  • Wirkstoffe und Handelsnamen,
  • Additive und Zusatzstoffe,
  • Entscheidungshilfen für die Spritzstrategie,
  • Anwendungstechnik und Düsenempfehlung,
  • Mischbarkeit und Mischfolge der Präparate.
Mit Material von LIZ

Mehr Themen im agrarheute Magazin

Aktuelles Heft Dezember 2018

Auch interessant