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Zuckerrüben

Anbau-Check für die Rübensaat

© landpixel
von , am
19.03.2012

Die Rübenbauern stehen in den Startlöchern. Wer jetzt bei der Bodenbearbeitung und Aussaat einige Dinge beachtet, kann Verluste vermeiden und den potentiellen Ertrag steigern.

Rüben können durch Langzeitherbizide der Vorfrucht geschädigt werden. © landpixel
Im Kölner Norden und in Mettmann sind bereits die ersten Rüben in der Erde, verkündete letzte Woche der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ). Viele Flächen waren bis jetzt noch recht feucht, so dass einige Bauern mit der Rübenaussaat noch etwas abwarten. Grundsätzlich gilt: Je früher die Rüben gedrillt sind, desto größer ist der potentielle Ertrag. 
 
Zum jetzigen Zeitpunkt entscheidet jedoch der Bodenzustand über den Saattermin. Sobald der Boden im Krumenbereich durch Sonne und Wind so weit abgetrocknet ist, dass er ohne Erzeugung von Schadverdichtungen zu befahren ist, sich ein krümeliges Saatbett erzeugen lässt und zwei Tage nach der Saat kein Niederschlag zu erwarten ist, kann und sollte mit der Aussaat begonnen werden.
 

Der Boden braucht Lockerung

Infolge der hohen Niederschlagsmengen im Dezember und Januar sind leichte Böden relativ stark verdichtet. Daher sollten solche Standorte in diesem Frühjahr unbedingt tief, zwischen 15 bis 25 Centimeter, gelockert werden, rät der LIZ.
Ist das Stroh noch nicht ausreichend verteilt, muss vor der tiefen Bearbeitung noch ein flacher Arbeitsgang durchgeführt werden.
 
Um möglichst wassersparend zu arbeiten, lautet ein Grundsatz zur Saatbettbearbeitung: nicht tiefer lockern als säen. Andererseits kann eine tiefere Bearbeitung leicht verdichtende Böden lockern und durch die Durchlüftung die Bodenerwärmung fördern.

Tipps für die Rübensaat

Bei der Rübensaat sollten folgende Maßnahmen getroffen werden, um spätere Probleme zu vermeiden:
  • Möglichst wenig Luft in den Schlepperreifen
  • Etwaige Fahrspuren aus der Vorbewirtschaftung separat aufarbeiten
  • So tief wie nötig, so flach wie möglich bearbeiten
  • Lieber zu grob als zu fein bearbeiten
  • Letzte Bodenbearbeitung nicht diagonal durchführen (diagonale Unebenheiten führen bei der Ernte zu erheblichen Problemen und Verlusten)
  • Pillen ausreichend tief ablegen und mindestens 1,5 cm mit Erde bedecken
  • Ablagetiefe muss nicht immer Bedeckungshöhe sein
  • Bedeckungshöhe des Saatgutes bei Feld-Waldmaus-Gefahr 2,5 cm
  • Saatanschlüsse lieber zu weit als zu eng
  • Möglichst Flächen zuerst außen im Kreis und dann innen säen
  • Spätere Durchbrüche durch vorzeitiges Ausheben oder späteres Einsetzen des Sägerätes markieren.
  • Fahrgassen für Fahrten im Vorauflauf ggf. durch kurzes Zurücksetzen und Überfahren der Reihen markieren
  • An Ablenkfütterung für Mäuse denken

Stickstoff-Düngung vor und nach der Saat

Um die kleine Rübe nach dem Winter im nährstoffarmen oberen Bodenhorizont ausreichend mit Stickstoff zu versorgen, sollte diese Gabe gleich nach der Saat gestreut oder geträufelt werden. Der Vorteil ist einerseits, dass die Stickstoff-Gabe nicht mit der Saatbeetbereitung nach unten verlagert und verdünnt wird. Andererseits vereinfacht es das Anschlussfahren. Höhere mineralische Stickstoffgaben sollten, wie im LIZ-Npro empfohlen, zum größten Teil vor der Saatbettbereitung ausgebracht werden, um die Verschlämmung nicht zu fördern.
 
Bei der Aussaat zu beachten, ist außerdem die richtige Düngerzufuhr. Folgende Mengen sollten nicht überschritten werden:
  • Harnstoff: maximal 60 Kilogramm Stickstoff pro Hektar
  • NPK- Dünger: höchstens vier Dezitonnen pro Hektar
  • 40-er Kornkali: maximal zwei Dezitonnen pro Hektar
  • KAS: kein Problem
  • DAP: kein Problem
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