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Zuckerrüben

Biorüben: Tipps zum Anbau

Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben
am
13.03.2019

Der Bedarf an Biozucker lässt sich nicht aus heimischen Rüben decken. Eine echte Chance für Anbauer. Wir geben Tipps für Rüben im Ökolandbau.

Wenn die Spätfröste vorbei sind, wollen die Rüben in den Boden. Mit rund 2.000 ha sind Bio-Zuckerrüben eine echte Nische. Doch die Nachfrage nach Bioware – besonders aus der getränke- und milchverarbeitenden Industrie steigt stark.

Rund 25.000 t Biozucker werden in Deutschland derzeit verbraucht, mit der heimischen Ernte werden um die 14.000 t abgedeckt. Der Rest stammt aus Importen, vorwiegend günstigerer Biorohrzucker.

Die Kampagne startet immer mit der Bioware, um Vermischungen zu vermeiden. Deshalb sind Biorüben meist schon ab Mitte September anzuliefern. Der Frühlieferausgleich soll den entgangenen Ertrag kompensieren.

Hier einige Tipps zum Anbau von Rüben im Ökolandbau von oekolandbau.de und von BISZ – der Beratung in Information für den süddeutschen Zuckerrübenanbau:

Standort muss unkrautfrei sein

Die Böden sollten tiefgründig, mittel bis schwer und frei von Steinen sein. Ideal ist eine Ausgangssituation mit geringem Unkrautbesatz. Vor der Rübe sollte Getreide stehen, idealerweise mit Zwischenfrucht. Bei einem direkten Anbau nach Futterleguminosen ist ein erhöhter Unkrautdruck zu erwarten.

Nach der Stoppelbearbeitung sollte eine Herbstfurche zur Unkrautbekämpfung angelegt worden sein. So lässt sich das Saatbett nach dem Winter auf den gut abgesetzten Boden bereiten. Feinkrümelig und rund 2 bis 4 cm tief bearbeiten. Ist der Unkrautdruck nicht zu hoch, reicht ein Arbeitsgang, um das Feld frei von Unkräutern zu halten.

Möglichst früh und mit hoher Saatstärke säen

Die Aussaat in den rückverfestigten Bodenhorizont sollte so früh wie möglich passieren, aber bei mindestens 5 bis 8 °C. Rüben sind empfindlich für Spätfröste. Bei zu großer Kälte wächst die Rübe deutlich langsamer, das Unkraut aber stetig. Ein Nachteil beim späteren Hacken.

Der Saattermin liegt oft 5 bis 10 Tage nach den konventionellen Rüben, um das Risiko zu minimieren.

Wählen Sie die Aussaatstärke etwas höher als im konventionellen Anbau: Auflaufschädlinge und Hacken kann zu Verlusten führen. Es empfehlen sich 1,2 bis 1,5 Einheiten/ha bei 100.000 Rübenpillen je Einheit – das ist etwa doppelt so viel wie bei konventioneller Saatstärke.

Angestrebt wird eine Bestandesdichte von 85.000 bis 95.000 Pflanzen/ha. Der Feldaufgang liegt bei Ökorüben bei 70 bis 80 Prozent. Bei einem Reihenabstand von 45 cm entspricht das einem Abstand der Pflanzen in der Reihe von 15 bis 18 cm. Die Saatguthersteller bieten Saatgut mit Ökopillierung an, das über die Zuckerverarbeiter erhältlich ist.

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Hacken, striegeln, abflämmen

Die größte Herausforderung im Biorübenanbau ist die Unkrautbekämpfung. Schon bei der Feldauswahl ist auf einen möglichst geringen Unkrautdruck zu achten. Zuckerrüben sind in ihrer Jugend wenig konkurrenzfähig gegenüber Unkräutern.

Eine vernachlässigte Unkrautregulierung kann erhebliche Ertragsverluste zur Folge haben, bis hin zu einem vollständigen Verlust des Bestandes.

Hackmaschinen, Striegel und Abflammgeräte stehen zur Verfügung. Das Striegeln im Nachauflauf ist vom 2- bis 4-Blatt-Stadium möglich und kann die Hackdurchgänge ergänzen.

Nach der Aussaat ist ein Blindstriegeln möglich. Dann sollte das Saatgut nicht zu flach auf ca. 3 cm Tiefe abgelegt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass die Pille im Boden verrollt.

Verzichten Sie auf schweren Böden auf so eine tiefe Ablage und Blindstriegeln. Nach dem Keimen ist beim Blindstriegeln Vorsicht angesagt – der Keimling bricht schnell ab.

Vom Auflaufen bis zum Reihenschluss halten Hacken den Bereich zwischen den Rübenreihen unkrautfrei. Es empfiehlt sich ein früher Hackstart, sobald die Rübenreihen sichtbar sind. Beim ersten Hacken dürfen die Pflänzchen nicht verschüttet werden. Zu diesem Zeitpunkt empfehlen sich Hohlscheiben.

Beim Hacken sollte der Boden relativ trocken sein. Ist er zu nass, verschmiert er, die Arbeitsgeräte verstopfen und die Unkräuter wachsen wieder an.

Hackmaschinen, die in der Reihe hacken können, sind bisher noch nicht praxistauglich. Damit ist Handarbeit nötig, am besten direkt nach der Maschinenhacke. Je nach Unkrautdruck ist mit 80 bis 200 AKh/ha zu kalkulieren.

Schon die Vorfrucht düngen

Der Stickstoffbedarf der Rübe ist vergleichsweise gering. Die optimale Ernährung erfolgt vorrangig durch die Düngung der Vorkultur. Organische Dünger lassen sich gut mit der Zwischenfrucht ausbringen.

Soll Gülle im Anbaujahr ausgebracht werden, sollte das vor der Saat passieren. Eine Kopfdüngung empfiehlt sich nur bis zum 4-Blatt-Stadium und nur 1:1 verdünnt. Zu starke Stickstoffdüngung fördert das Krautwachstum. Jedes Hacken befeuert zudem die Mineralisation.

Mit Material von BISZ, oekolandbau.de

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