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Rübenfungizide

Blattkrankheiten in Rüben sicher erkennen und bekämpfen

Cercospora-Blattflecken an Zuckerrüben
am Montag, 21.06.2021 - 15:49 (Jetzt kommentieren)

Epoxiconazol fällt weg, Strobilurine wirken kaum noch und Azole sind resistenzgefährdet. Achten Sie besonders auf Cercospora.

Gesunde Blätter wirken sich direkt auf die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus aus, denn sie sind die Basis der Zuckerproduktion. Daher gilt es, die Blätter ab Reihenschluss gesund zu erhalten.

Cercospora ist mit Rübenrost, Echtem Mehltau und Ramularia die ertragsrelevanteste Pilzkrankheit, die die Blätter angreift und Blattfläche zerstört. Neue Blätter treiben aus, was Reserven kostet. Starkbefall kann den Zuckerertrag daher deutlich verringern.

Eine standardmäßige Behandlung nach Kalenderdatum wird dem Befall nicht gerecht. Je nach Jahr und Region sind die Unterschiede im Befallsbeginn und im weiteren Befallsverlauf groß. Kontrollieren Sie ab Anfang Juli Ihre Rübenflächen!

So bonitieren Sie Cercospora im Bestand

Mit der Blattrupfmethode lässt sich die Befallshäufigkeit von Blattkrankheiten ermitteln. Dazu wird der Rübenschlag diagonal durchquert.

Dabei werden hundert Blätter aus dem mittleren Blattapparat entnommen und einzeln bewertet. Die Anzahl der befallenen Blätter lässt sich mit der aktuellen Bekämpfungsschwelle vergleichen.

Wird diese Grenze überschritten, können Strobilurin- und Azolpräparate in Kombination zum Einsatz kommen. Wenn der Behandlungstermin stimmt, bekämpfen alle zugelassenen Präparate die wichtigsten Rübenkrankheiten effektiv.

Wann eine zweite Behandlung ansteht

Innerhalb von zwei bis drei Wochen nach der ersten Behandlung sollten Sie die Rübenschläge erneut kontrollieren.

Wenn die Bekämpfungsschwelle von 15 Prozent (im rheinischen Anbaugebiet bis 15. August) bei Frühbefall oder 45 Prozent bei Spätbefall überschritten wird, kommt eine zweite Behandlung infrage.

In der Regel sind Fungizide ab Mitte September nicht mehr sinnvoll. Bei späten Rodeterminen ist die Wartezeit von meist 28 Tagen zu beachten.

Resistenzen: Strobilurine und Azole wirken nicht mehr ausreichend

Der Wirkstoffwechsel zwischen den einzelnen Behandlungen zwingend, um die Bildung von Resistenzen zu vermeiden. Achtung, auch übermäßiger Fungizideinsatz kann die Entwicklung von Resistenzen fördern.

Weit fortgeschritten sind die Resistenzen bei den Strobilurinen. Eine kleine Spontanmutation innerhalb der Population reicht aus, dass diese Wirkstoffe nicht mehr wirken.

Diese Art der Resistenz ist im Feld schwer zu erkennen, denn erst wenn 25 Prozent der Schaderregerpopulation resistent sind, ist eine Minderwirkung der Fungizide festzustellen.

Auch das Sensitivitätsshifting bei den Azolen führt zu einer eingeschränkten Wirkung. Die Fungizide wirken grundsätzlich noch, aber meist schlecht, da der Schaderreger den Wirkstoff schneller abbauen kann.

Epoxiconazol muss bis 30. Oktober 2021 aufgebraucht sein

Insgesamt stehen den Anwendern elf Wirkstoffe zur Verfügung. Epoxiconazol ist nicht mehr zugelassen und befindet sich in der Aufbrauchsfrist. Alle Fungizide mit diesem Wirkstoff dürfen daher nur noch bis zum 30. Oktober 2021 angewendet werden!

Das Mittel Duett Ultra mit Epoxiconazol und Thiophanat-methyl hat eine Aufbrauchsfrist bis zum 19. Oktober 2021.

Mit Material von Sophia Czaja/LWK NRW, Dr. Marlise Meer-Rohbeck/LIZ
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