Login
Rübenschädlinge

Blattläuse: So behandeln Sie jetzt Ihre Rüben

Schwarze Bohnenlaus in Zuckerrüben
am
13.05.2019
(Kommentar verfassen)

Die Schwellenwerte sind bei der Bohnenlaus oft erreicht. Notfallzulassungen sollen Abhilfe schaffen. Welche Mittel sind erlaubt? Und wie ist die Situation bei Ihnen vor Ort? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion.

In fast jedem Rübenbestand ist die Schwarze Bohnenlaus oberhalb der jetzt gültigen Schwelle von 10 Prozent befallene Pflanzen vor Reihenschluss zu finden. Sie können zum einen die Virösen Rübenvergilbung übertragen und zum anderen die Pflanzen direkt durch ihre Saugtätigkeit schädigen.

Bereits Ende April fanden sich Bestände mit flächigem Besatz, nicht nur im Randbereich.

Das Auftreten der Bohnenlaus ist dabei sehr unterschiedlich. In der Regel sind auf gerade auflaufenden Pflanzen im Keimblattstadium keine Schädlinge zu finden.

Weiter entwickelte Rüben mit stärkerem Befall

Auf den weiter entwickelten Zuckerrüben hingegen reicht die Spanne von unter bis deutlich über dem Bekämpfungsrichtwert von 10 Prozent befallene Pflanzen, berichten die Berater der Landwirtschaftskammer (LWK) Nordrhein-Westfalen. Es konnte eine verstärkte Koloniebildung der Läuse festgestellt werden. Kontrollieren Sie jetzt alle Zuckerrübenflächen.

Die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) gilt zwar als Überträger zahlreicher Viruserkrankungen, spielt aber als Virusvektor im Vergleich zur Grünen Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) durch ihre Sesshaftigkeit eine geringere Rolle. Die für die Rüben gefährlichere Grüne Pfirsichblattlaus wurde an den Pflanzen bislang noch nicht entdeckt, berichtet die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) in Sachsen-Anhalt.

Bei Schwellenwertüberschreitung mit Pirimor behandeln

Die LWK NRW empfiehlt, mit 300 g/ha des Granulats Pirimor zu behandeln, wenn der Bekämpfungsrichtwert überschritten ist. Die Berater vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Rheinland-Pfalz ergänzen: „Die Dampfphase von Pirimor bleibt unter 15 Grad unzureichend. Zwischen 15 und 20 Grad sind die vollen 300 g/ha nötig, ab 25 Grad reichen 200 g/ha.“

Bei Neubesiedlung oberhalb der Schadschwelle sollte bis zum 6-Blatt-Stadium der Rübe ein weiteres Mal Pirimor eingesetzt werden.

Die zugelassenen Pyrethroide können die versteckt sitzenden Blattläuse (im Blattherzen bzw. blattunterseits) nur unzureichend erfassen und sind daher kein geeignetes Mittel zur Blattlausbekämpfung. Zudem hat die Grüne Pfirsichblattlaus bereits Resistenzen gegen Pyrethroide entwickelt.

Notfallzulassungen für dieses Jahr

Für die systemischen Insektizide Mospilan SG (Wirkstoff: Acetamiprid, B4), Carnadine (Wirkstoff: Acetamiprid, B4) und Teppeki (Wirkstoff: Flonicamid, B2, ab BBCH 12) wurden Notfallzulassungen erteilt.

Zusätzlich hat Teppeki eine reguläre Zulassungserweiterung für Blattläuse ab BBCH 16 bis 49 erhalten und steht jetzt dauerhaft zur Verfügung. Die Wirkung beider Wirkstoffe Acetamiprid und Flonicamid auf Blattläuse ist belegt und wird als gut bis sehr gut eingestuft.

Ein Einsatz systemisch wirkendender Insektizide ist unterhalb des 6-Blatt-Stadiums nicht sinnvoll, da die gewünschte Dauerwirkung nur durch entsprechende Wirkstoffaufnahme erreicht wird. Große Rüben nehmen mehr Wirkstoff auf.

Ist eine Unkrautregulierung dringlich, lässt sich die Insektizidbehandlung hinten anstellen, weil die derzeit auftretende Schwarze Bohnenlaus nur Saugschäden verursacht.

Mit Material von DLR Rheinland-Pfalz, LWK NRW, LLG Sachsen-Anhalt
Das agrarheute Magazin
Aktuelles Heft September 2019
Schnupper-Angebot Alle Aboangebote

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...
Auch interessant