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Zuckerrüben

Cercospora-Entwicklung eher verhalten

© Mühlhausen/landpixel
von , am
05.08.2013

Die Cercospora-Entwicklung war bis Ende Juli zurückhaltend. Dennoch sollte auch unter diesen Bedingungen die Krankheit nicht unterschätzt und wenn nötig rechtzeitig behandelt werden.

Sowohl 2013 als auch 2010 wurden die Reihen spät geschlossen, was vermutlich die Cercospora-Entwicklung im Bestand verzögert. © landpixel
Wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) berichtet, startete die Cercospora-Entwicklung 2013 bereits Anfang Juli. Die weitere Entwicklung bis Ende Juli war allerdings eher verhalten. Der bisherige Befallsverlauf im Mittel aller Monitoringstandorte entspricht fast dem des Jahres 2010, dem Jahr mit dem geringsten Befall der letzten Jahre. Auch die räumliche Verteilung der Befallsstandorte entspricht in etwa der des Jahres 2010. Fragt man nach den Ursachen für die verhaltene Entwicklung, so ergibt sich eine interessante Parallele zum Reihenschluss. Sowohl 2013 als auch 2010 wurden die Reihen spät geschlossen, was vermutlich die Cercospora-Entwicklung im Bestand verzögert. Dennoch sollte man auch unter diesen Bedingungen die Krankheit nicht unterschätzen und wenn nötig rechtzeitig behandeln.

Zwischenfruchtmischungen oder Reinsaaten?

Keine Frage, beim Auftreten des Rübenzysten-Nematoden sind geprüfte resistente Ölrettiche und Senfe in Reinsaat nach wie vor die Garanten für hohe Zuckererträge in intensiven Rübenfruchtfolgen. Zunehmend werden Zwischenfruchtmischungen beworben, die verschiedenen Ansprüchen gerecht werden sollen. Je nach Zusammensetzung und Anteil der Pflanzenarten blühen sie wunderbar, dienen als Bienenweide, durchbrechen Bodenverdichtungen, sammeln Stickstoff, vermindern Krankheiten (zum Beispiel Eisenfleckigkeit bei der Kartoffel) und bekämpfen Schädlinge. Für die meisten dieser Eigenschaften liegen aber keine gesicherten Ergebnisse vor. Klar ist nur, je geringer der Anteil resistenter Ölrettiche und Senfe gegen den Rübenzysten-Nematoden in der Mischung, umso geringer ist deren reduzierende Wirkung auf diesen Schädling.
Weitere Aspekte sind beim Einsatz von Mischungen noch unklar und zu bedenken:
  • Konkurrenzverhalten untereinander
  • Entmischung bei der Saat
  • Absterbeverhalten im Winter
  • Mulchsaateignung zu Zuckerrüben
  • Aussamrisiko und Verunkrautung

Gärsubstrat: Stark unterschiedliche Gehalte berücksichtigen

Laut einer aktuellen LIZ-Umfrage zur organischen Düngung der Zuckerrüben 2014 ist nur in fünf Prozent der Fälle keinerlei Zufuhr organischer Substanz geplant. 25 Prozent der Befragten geben an, dass Stroh auf dem Acker zu belassen. Bei den zugeführten organischen Düngern hat das Gärsubstrat (30 Prozent) wie in den Vorjahren die Nase vorn. Mist und Gülle folgen mit jeweils 22 Prozent, während Trockenkot und Kompost mit jeweils 13 Prozent die Schlusslichter bilden.
 
Mehrjährige Versuche der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der ARGE Nord zur Gärsubstratdüngung zeigen, dass bei angepasster Düngung Ertrag und Qualität der Zuckerrüben stimmen, wenn der Gesamt-Stickstoff(N)-Gehalt zu 70 Prozent und die Phosphor- und Kali-Gehalte zu 100 Prozent als verfügbar angerechnet werden. Um auch bei niedriger Mineralisationsrate im Frühjahr ein ausreichendes N-Angebot für die Zuckerrüben zu gewährleisten, wird es als sinnvoll angesehen, eine geringe Andüngung mit mineralischem Stickstoff vorzunehmen.
Ein Problem sind allerdings die starken Nährstoffschwankungen in den Gärsubstraten. Deshalb ist eine aktuelle Nährstoffanalyse für eine bedarfsgerechte Bemessung der Aufwandmenge unverzichtbar.

Zuckerrüben: Gärreste empfehlenswert! (Juni 2013)

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