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Zuckerrüben

EU-Rübenkampagne: Höchsterträge im Norden

von , am
03.02.2014

In Deutschland konnte in der diesjährigen Zuckerkampagne durch einen starken Schlussspurt noch einiges an Ertrag aufgeholt werden. Bei nördlichen Nachbarn gab es sogar Rekorderträge.

Am 30. September 2017 läuft die bisherige Zuckermarktordnung aus. © Mühlhausen/landpixel
Wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (liz) schreibt, drückten späte Aussaaten, ein kaltes Frühjahr und ein später Reihenschluss die Ernteprognosen bis zum Spätsommer in einigen europäischen Erzeugerländern nach unten. Bis in den Oktober hinein seien dann allerdings in ganz Mitteleuropa sehr gute Zuwächse zu vermelden gewesen.
 
So konnten bei den direkten Nachbarn im Westen, Osten und Süden doch zumindest durchschnittliche Erträge realisiert werden. Anders war die Situation in den nördlichen Ländern Dänemark und Schweden. Hier legte eine zügige Jugendentwicklung der Rüben, ähnlich wie in der nördlichen deutschen Anbauregion Mecklenburg-Vorpommern, den Grundstein für Rekorderträge. Wie der liz mitteilt, konnten in Dänemark ein durchschnittlicher Zuckerertrag von 12,8 t/ha erzielt werden. Auch aus Schweden wurden mit 11,3 t/ha für dortige Verhältnisse Rekorderträge berichtet. In westlichen Nachbarstaaten kamen folgende Durchschnittserträge heraus: Frankreich 13,4 t/ha, Niederlande 13,2 t/ha Belgien 13,6 t/ha. In Polen lag der durchschnittliche Zuckertrag laut liz bei 10,7 t/ha.

Nordzucker beendet konzernweit die Rübenkampagne

Die Nordzucker AG hat die Zuckerrübenkampagne 2013/14 in ihren drei Konzernregionen Nord-, Ost- und Zentraleuropa mit unterschiedlichen Ernteergebnissen abgeschlossen. Wie der nach eigenen Angaben zweitgrößte Zuckerhersteller Europas  vergangene Woche mitteilte, wurden europaweit in 13 Fabriken insgesamt rund 15 Millionen (Mio) t Rüben verarbeitet, nach 17 Mio t im Vorjahr. Die Kampagne sei von einer witterungsbedingt späteren Aussaat und regional sehr unterschiedlichen Wachstumsverläufen geprägt gewesen, berichtete der Konzern.
In der Region Nordeuropa hätten die fünf Werke von Nordic Sugar insgesamt rund 6 Mio t Rüben verarbeitet. In Dänemark sei dabei ein mittlerer Zuckerertrag von 12,8 t/ha erzielt worden, womit der Durchschnitt um 1 t/ha überschritten worden sei. Mit einer professionell organisierten Mietenpflege sei es dort zum zweiten Mal in Folge gelungen, Zuckerverluste der gelagerten Rüben zu vermeiden und diese besser gereinigt in die Werke zu liefern. Auch in Schweden habe sich eine "sehr gute" Ernte von 11,3 t/ha ergeben, was gegenüber dem Durchschnitt ein Plus von 1,4 t/ha entspreche. In Litauen seien 11,0 t/ha erzielt worden; das seien 2,5 t/ha mehr als der Mittelwert. Finnland habe mit 6,9 t/ha leicht über dem mehrjährigen Durchschnitt von 6,3 t/ha gelegen.

Polnischer Zuckerrübenanbau mit hohem Potential

Wie der Konzern mit Blick auf die Region Osteuropa feststellte, endete die Kampagne in Polen nach 99 Kampagnetagen und in der Slowakei nach rund 97 Tagen. Dabei habe das Ernteergebnis in Polen mit einem Zuckerertrag von 11,9 t/ha über dem langjährigen Mittel von 10,4 t/ha gelegen. Dieses sehr hohe Niveau zeige das Potential des dortigen Zuckerrübenanbaus.
In der Slowakei habe der durchschnittliche Zuckerertrag mit 10,3 t/ha trotz späterer Aussaat und Trockenheit während der Sommermonate das langjährige Mittel um 0,1 t/ha übertroffen. Derweil habe die Verarbeitung durch die norddeutschen Werke in der Konzernregion Zentraleuropa in 102 Kampagnetagen einen durchschnittlichen Zuckerertrag von 11,3 t/ha erbracht, womit der langjährige Mittelwert von 11,8 t/ha unterschritten worden sei. Dennoch sei dieses Ergebnis nach einem wenig optimalen Wachstumsverlauf mit später Aussaat, einem kühlen und anschließend feuchten Frühjahr und einem sehr trockenen Sommer "respektabel".
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