Zum Adventsgewinnspiel

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Aprillwetter

Frostschäden in Rüben: Eisige Nächte fordern Verluste und Umbrüche

Junge Zuckerrübenpflanzen auf einem Acker
am Freitag, 16.04.2021 - 12:10 (2 Kommentare)

Wer die Rübensaat je nach Region schon ganz oder teilweise erledigt hat, muss wegen der frostigen Nächte bangen. Die Schäden sind womöglich größer, als viele Anbauer derzeit glauben. Umbruch und Neuansaat bedeuten über 300 Euro/ha zusätzlich.

In welchen Regionen ist mit Frostschäden an Rüben zu rechnen?

In Hessen-Pfalz beispielsweise sind mindestens zehn Prozent der Zuckerrüben bereits erfroren. Weitere 20 bis 30 Prozent der Flächen zeigen teilweise Verluste. Die größten Schäden finden sich dort im Wonnegau, im Zellertal, im südlichen Rheinhessen und in Südhessen.

Leichten Frost können Zuckerrüben eigentlich durchaus vertragen. Die kritischste Zeit für die jungen Pflanzen ist kurz vor Sonnenaufgang. Mit dem Klimawandel gab es schon früh im Jahr mancherorts relativ hohe Temperaturen.

Später sind aber auch noch einmal Frosteinbrüche möglich, was eben Rüben oder Mais, vor allem aber auch Weinreben oder Obstblüten hart treffen kann. Dabei sind die sogenannten „Eisheiligen“ noch nicht einmal da.

Nachtfröste: Bereits gesäte Rüben vielerorts erfroren

Die Schäden sind womöglich größer, als viele Anbauer derzeit glauben. Nach Auffassung des Verbandes der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer zeigen sich oberirdisch noch grüne Blätter und die Pflanzen scheinen unauffällig.

Unterirdisch sei aber vielfach der Keimling durch Frost eingeschnürt, und damit ist die Versorgung der Blätter nicht mehr möglich. Wenn es wieder trocken wird, sterben diese Rüben ab, befürchtet der Verband. „Man sieht den Schaden an Wurzel und kleinem Trieb erst, wenn man diesen freilegt und genau betrachtet“, sagt Verbandsgeschäftführer Dr. Christian Lang. „Dieses Phänomen haben wir bei uns tatsächlich so noch nie beobachtet.“

Umbruch und neue Rübensaat kostet mehr als 300 Euro/ha

Zuckerrüben in grob strukturierten Böden sind stärker gefährdet, besonders direkt nach dem Keimen. Wenn die junge Pflanze gerade die Bodenoberfläche durchstößt, reichen oft bereits Nachtfröste von -2 bis -3 °C aus, um sie zu schädigen. „Der Saattermin hatte offenbar nur geringen Einfluss“, sagt Lang. „Viel wichtiger ist die Ablage. Tief abgelegte Rüben, die bereits einen langen Weg nach oben zum Licht hatten, haben ihre Energie teilweise schon verbraucht und sind dann weniger widerstandsfähig.“

Ein Umbrechen betroffener Bestände heißt für Anbauer, rund 300 Euro/ha zusätzlich ausgeben zu müssen. Die neu gesäten Rüben sind zudem weniger gut gegen Blattläuse gewappnet sein, da jetzt nur noch Saatgut ohne die schützende Beize eingesetzt werden kann. Dr. Christian Lang beziffert die bisherigen finanziellen Schäden auf mindestens 2 Mio. Euro für die Anbauer.

Betroffene müssen möglichst bald nachsäten, damit sich die vielerorts relativ geringe Feuchtigkeit der Böden noch nutzen lässt. Das sichert den neuen Rübenpflanzen eine möglichst lange Vegetationsdauer. Lang: „Jeder Tag frühere Nachsaat ist jetzt wertvoll.“

Mit Material von www.ruebe.info, ARGE Zuckerrübe Südwest

Frostschäden: Überlebenschance junger Zuckerrüben ermitteln

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...