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Zuckerrüben

Fungizideinsatz in Zuckerrüben

von , am
18.07.2012

Das Auftreten von Krankheiten in Zuckerrüben wird durch die feucht-warme Witterung begünstigt. Die Bestände sollten auf Cercospora, Ramularia und Mehltau beobachtet werden.

Voraussetzung für den Befallsanstieg von Cercospora ist die höhere Luftfeuchte im Bestand. Dies ist aufgrund der hohen Bodenfeuchte und häufigen Gewitterschauern derzeit überall der Fall. Deshalb ist eine rechtzeitige Bekämpfung der Cercospora notwendig. Zu spät terminierte Fungizidmaßnahmen fallen im Ertrag stärker ab.
 
Cercospora breitet sich schnell aus und kann den Blattapparat stark schädigen. Die rundlich weiß-grauen Blattflecken mit einem rotbraunen Rand sind leicht zu erkennen. Im Inneren der Blattflecken entstehen die Konidienträger.

Cercospora nicht mit Ramularia verwechseln

Die Blattflecken von Cercospora (Symptome) können mit denen von Ramularia verwechselt werden. Die Ramularia-Blattflecken sind nur etwas ungleichmäßiger geformt und sind durch einen bräunlichen Rand abgegrenzt. Hohe Luftfeuchtigkeit im Bestand und Temperaturen bei 15 bis 23 °C fördern Ramularia.
 
Rübe bildet ständig neue Blätter
 
Bei starkem Befall von Cercospora kann die gesamte Blattfläche zerstört werden. Die Zuckerrübe bildet ständig neue Blätter nach und es entstehen starke Ertragsausfälle und Qualitätseinbußen. Für den Ertrag sind die derzeit gebildeten Blätter entscheidend. Diese photosynthetisch leistungsstärksten Blätter (8. - 16.), die ab Juni gebildet werden, müssen so lange wie möglich aktiv bleiben. Bestimmte Fungizide haben einen physiologischen Effekt auf die Blattneubildung. Die Blattalterung wird durch die Azole, stärker noch durch Strobilurine deutlich verzögert. Der energieaufwendige Blattwechsel unterbleibt oder wird wenigstens hinausgeschoben.
 
Strobilurine helfen
 
Um den Effekt auf die Verlängerung der Lebensdauer der leistungsstärksten Blätter (Behandlungen bis ca. 20 - 25. Juli) zu erreichen, ist eine ausreichende und intensive Benetzung der Blätter notwendig. Aus diesem Grunde eigenen sich für die Erstmaßnahmen Strobilurine. Das Juwel (Epoxiconazol + Kresoximmethyl) benötigt keinen weiteren Mischpartner, es sei denn, Cercospora ist bereits massiv vorhanden.
 
In diesem Fall ist die Anfangswirkung des Epoxiconazols zu langsam. Es müssen schnellere Azole in reduzierten Aufwandmengen zugemischt werden.
 
Achtung: Mehltau nicht übersehen
 
Der Vorteil des Juwels liegt in der Dauerwirkung gegen den Echten Mehltau in Zuckerrüben. Im Gegensatz zu Cercospora tritt Mehltau erst relativ spät auf und breitet sich langsam, kesselweise aus. Aus diesem Grund wird Mehltau schneller übersehen. Echter Mehltau ist durch ein grau-weißes Mycel an der Blattoberfläche erkennbar. Nach einer Trockenphase mit anschließenden kühlen Temperaturen ist mit einem Mehltaubefall zu rechnen. Sind diese Befallsnester schon von weitem sichtbar, sind die Ertrags- und Qualitätsverluste schon gesetzt. Der Mehltaubefall wirkt sich auf die Rübenqualität meist gravierender aus als die Cercospora. Besonders der α-Amino-N-Gehalt steigt deutlich an. Eine zu niedrige Borversorgung begünstigt das Auftreten von Mehltau. Bei Mehltaubefall und Bormangel sind hohe Zuckerertragsverluste zu erwarten.
 
Gegen akuten Mehltau ist das Spyrale (Difenoconazol + Fenpropidin) ein gutes Mittel. In der Dauerwirkung gegen Mehltau erreicht aber kein Azol das Niveau des Juwels. Juwel darf in der Vegetation nur einmal eingesetzt werden. Deshalb sollte bei hohem Mehltaudruck und Spätrodung eine ausreichende Aufwandmenge eingesetzt werden, in der Regel ist eine Nachbehandlung gegen Mehltau nicht mehr erforderlich.

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