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Pflanzenbau-Ratgeber

Herbizidbehandlung bei Zuckerrüben

Nahaufnahme Düsen von Pflanzenschutzspritze
© agrarfoto.com
von , am
17.05.2017

Die Rüben präsentieren sich auf den allermeisten Flächen in einem guten, stabilen Zustand. Aktuell steht die zweite oder dritte Nachauflaufbehandlung an.

Das wüchsige Wetter lässt nach Angaben des Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrübe (liz) eine rasche Entwicklung der Zuckerrüben erwarten. Vereinzelt gibt es laut liz zwar Pflanzenausfälle durch den Frost, diese haben aber nicht zu Umbrüchen geführt.

Die Unkrautsituation ist wie immer sehr unterschiedlich. Von sehr sauberen Beständen bis hin zu starkem Besatz mit Unkräutern, welche bereits im Laubblatt stehen, sei alles vorhanden. Aktuell steht die zweite oder dritte Nachauflaufbehandlung an.

Herbizide in Rüben: Darauf sollten Sie jetzt achten

Wurden die ersten Herbizdmaßnahmen aus Verträglichkeitsgründen reduziert, sollte laut liz spätestens jetzt auf die sichere Bekämpfung der Unkräuter Wert gelegt werden. Hinweise für die anstehenden Behandlungen:

  • Bei Gänsefuß/Melde im Laubblatt neben Metamitron auf blattaktive PMP-Produkte und Öl setzen.
  • Große und/oder schwer bekämpfbare Unkräuter wie z.B. Raps, Knöteriche, Bingelkraut, Hundspetersilie und Storchschnabel sollten blattaktiv mit Debut bekämpft werden.
  • Spezielle Unkräuter im Laubblatt wie z.B. Hundspetersilie, Erdrauch, Kamille, Nachtschatten und Kornblume sind am besten mit dem Zusatz von Clopyralid (Lontrel/Vivendi) zu bekämpfen.
  • Zur Verhinderung des erneuten Auflaufens sollte u.a. bei Nachtschatten, Bingelkraut, Hirse und Hundspetersilie auf die versiegelnde Wirkung von Spectrum gesetzt werden. Bei Mischungen die Additivwikung des Spectrums beachten!
  • Starker Grasdruck ist am effektivsten separat vor der 3. NA zu bekämpfen.

Konkrete Anwendungsempfehlungen finden Sie beim liz.

Mit Material von LIZ

Frostschäden: Überlebenschance junger Zuckerrüben ermitteln

Frostschaden bei Zuckerrübe
Die Gefahr von Schädigungen ist stark abhängig von der Entwicklung der Pflanzen. Kritisch ist die Situation bei noch nicht oder erst wenige Tage aufgelaufenen Keimlingen. Am anfälligsten für Frostschädigungen ist das Hakenstadium. © LIZ
Frostschaden bei Zuckerrübe
Generell müssen zur Beurteilung vor allem die Keimblätter, das Hypokotyl und der Vegetationspunkt herangezogen werden. © LIZ
Frostschaden bei der Zuckerrübe
Sind zum Beispiel die Keimblätter leicht gelb gefärbt und das Hypokotyl ist eingeschnürt, dann hat die Rübenpflanze eine Überlebenschance von weniger als 50 Prozent. © LIZ
Frostschaden bei Zuckerrübe
Ob aber wirklich Schäden entstanden sind kann man meist erst nach 2 bis 3 Tagen abschließend bewerten. © LIZ
Frostschaden bei der Zuckerrübe
Die genaue Ermittlung des Schädigungsgrades ist wichtig um die richtigen Schritte zur Minimierung des wirtschaftlichen Schadens einzuleiten, denn manche Rüben mit visuell starker Schädigung haben trotzdem sehr gute Überlebenschancen. © LIZ
Frostschaden bei der Zuckerrübe
Bei kritischen Beständen müssen Zählstrecken angelegt und die zu erwartende Bestandesdichte ermittelt werden. © LIZ
Frostschaden bei der Zuckerrübe
Kritisch ist der Zustand der Pflanze auf jeden Fall, wenn das Hypokotyl stark eingeschnürt und sich die die Keimblätter verfärbt haben. Dann hat die Chance kaum mehr eine Überlebenschance. © LIZ
Frostschaden an der Rübe
Sollten die zu erwartenden Bestandesdichten im kritischen Bereich (unter 40.000 Pflanzen / ha) liegen, kontaktieren Sie bitte unbedingt Ihren Anbauberater bevor Sie eine Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen. © LIZ
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