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Zuckerrüben

Hessen: Sehr gute Zuckerrübenernte

von , am
05.11.2012

Wabern - Hessens Rübenanbauer werden auch in diesem Jahr ein hervorragendes Ergebnis erzielen. Die durchschnittlichen Rübenerträge liegen bei 73 Tonnen pro Hektar bei 18 Prozent Zuckergehalt.

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet der Südzucker AG einen Gewinnrückgang im Segment Zucker von 376 Millionen Euro. © Mühlhausen/landpixel
Auf Einladung des Hessischen Bauernverbandes hat sich Hessens Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich vergangene Woche in Wabern über den Stand der Zuckerrübenernte in Nordhessen informiert. 
"Nach der Rekordernte im vergangenen Jahr werden wir 2012 in Hessen mit einem durchschnittlichen Rübenertrag von 73 Tonnen je Hektar und einer voraussichtlichen Gesamterntemenge von knapp 1,1 Millionen Tonnen wiederum ein hervorragendes Ergebnis erzielen, sagte der Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Armin Müller, bei einem Pressegespräch vor zahlreichen Medienvertretern. Sehr erfreulich sei der überdurchschnittliche Zuckergehalt von mehr als 18 Prozent.

Rübenkampagne läuft gut

Peter Fecke, Leiter der Rübenabteilung Wabern/Waburg, bestätigte, dass die diesjährige Ernteerwartung mit 73 Tonnen Rüben je Hektar und einem Zuckergehalt um 18,5 Prozent das bisher zweitbeste Ergebnis für die Fabrik Wabern bedeute. Die Rüben seien sehr sauber und ließen sich gut verarbeiten.
Er bezeichnete den bisherigen Kampagneverlauf als sehr gut. Der schöne Spätsommer mit sonnigen Tagen und kühlen Nächten habe die Zuckerbildung in den Rüben begünstigt. Wegen des überwiegend trockenen Erntewetters seien die Erntearbeiten bislang zügig und ohne Probleme verlaufen.  
 
Frostschäden regional bgrenzt
 
Dr. Rainer Schechter, Leiter des Geschäftsbereichs Zucker/Rüben der Südzucker AG, ließ das Anbaujahr 2012 aus pflanzenbaulicher Sicht Revue passieren. Der Beginn der Rübenaussaat und die Trockenheit am Anfang der Vegetationsperiode sei ähnlich gewesen wie 2011. "Die Frostschäden in den Südzucker-Anbaugebieten waren regional begrenzt. Insgesamt mussten rund 1.300 Hektar, das sind 1,3 Prozent der Rübenanbaufläche, umgebrochen werden.
 
Aufgrund von Ausdünnungen seien die Pflanzenbestände nicht so gleichmäßig gewesen wie im Vorjahr. Wiederholte Kälteeinbrüche im Frühjahr und Frühsommer hätten das Pflanzenwachstum beeinträchtigt. Vor allem wegen der Trockenheit im August lägen die Erträge in diesem Jahr etwas unter dem Vorjahresniveau.
 
"Bei einem Durchschnittsertrag von 74 Tonnen je Hektar und einem Zuckergehalt von 18,25 Prozent liegen die Ergebnisse des Anbaujahres 2012 im Bereich der Südzucker AG knapp über dem Durchschnitt", so Schechter. Im Einzugsgebiet der Zuckerfabrik Wabern seien die höchsten Ertragszuwächse in den letzten Jahren zu verzeichnen.

Zuckerversorgung durch heimische Erzeugung sicherstellen

Hessens Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich stellte fest, dass die Reform der EU-Zuckermarktordnung einen gravierenden Strukturwandel in der Zuckerwirtschaft zur Folge hatte. Seit 2006 habe sich die Zahl der Rübenanbauer, der Zuckerfabriken und der Beschäftigten in der EU um über 40 Prozent verringert.
 
Auch sei der Selbstversorgungsgrad bei Zucker in Deutschland von ehemals 115 Prozent auf 85 Prozent gesunken. Die dadurch entstandene Abhängigkeit vom Weltmarkt dürfe nicht noch weiter vergrößert werden. Außerdem sei es wichtig, die Zuckerversorgung durch heimische Versorgung sicherzustellen. Deshalb müsse die im Jahr 2006 grundlegend reformierte EU-Zuckermarktordnung bis mindestens 2020 unverändert fortgeführt werden.

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