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Zuckerrüben

Lieferverträge Zuckerrüben 2016: Das sind die Eckpunkte

© Jörg Hackemann/Fotolia
von , am
22.09.2015

In diesem Jahr haben die Landwirte auf die ungünstigen Bedingungen reagiert und den Rübenanbau reduziert. Die Zuckerrübenlieferungsverträge für 2016 sind abgeschlossen. Hier sind die Eckpunkte.

Im Jahr 2016 beträgt die Abschlagszahlung für Quotenrüben 20,- Euro je Tonne. © agrar-press
Der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) hat sich mit Nordzucker auf den Rübenlieferungsvertrag und die Branchenvereinbarung für das Anbaujahr 2016/17 verständigt. In der Land und Forst sind die Eckpunkte zum Zuckerrübenlieferungsvertrag 2016 beschrieben.

An acht Terminen werden Abschläge gezahlt

Die Anzahl der Abschlagszahlungen in der Kampagne verdoppelt sich wie bereits in 2015 von vier auf acht Termine. Die Zahlungen erfolgen im Abstand von zwei Wochen (Ausnahme: Jahreswechsel), wodurch die Zahlungen dichter an den Liefertermin heranrücken. So sehen die Abschlagszahlung für 2016 aus:
  • Quotenrüben: 20,- Euro je Tonne,
  • Industrievertragsrüben: (nur noch 2015) 15,- Euro je Tonne
  • Überrüben:  5,- Euro je Tonne.
Die Auszahlung der Abschlagsbeträge erfolgt zuzüglich des Polarisationszuschlags, so dass für eine Quotenrübe mit 18 Prozent Zuckergehalt eine Abschlagszahlung von 23,60 Euro je Tonne geleistet wird. Die Abschlagszahlung im März beträgt zukünftig mindestens 3,- Euro je Tonne Quotenrüben. Die Schlusszahlung erfolgt spätestens am ersten Mittwoch im Juni.

Quotenerfüllungsprämie in Höhe von 0,35 Euro

Auch für das Anbaujahr 2016 gilt die Quotenerfüllungsprämie in Höhe von 0,35 Euro je Tonne (bei 16 Prozent Polarisation). Die Prämie wird für alle Quotenrüben gezahlt, wenn der Rübenanbauer mindestens 100  Prozent individuelle Lieferrechtserfüllung erreicht hat.

Quotenrübenpreis für 2016: 35,50 Euro je Tonne

Der Quotenrübenpreis für 2016 liegt inklusive der Nebenleistungen bei einem Zuckergehalt von 18  Prozent bei etwa 35,50 Euro je Tonne. Preiszuschläge auf den Quotenrübenpreis aus Zuckererlösen sind je nach Marktverlauf möglich, können jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht kalkuliert werden.

Entschädigung für das reduzierte Quotenlieferrecht

Wie bereits in den Vorjahren können die Rübenanbauer Teilmengen ihrer Quotenlieferrechte in einen Lieferechtspool abgeben. Diese werden über ein Bieterverfahren an interessierte Rübenanbauer weitervermittelt. Als Entschädigung für das reduzierte Quotenlieferrecht wird der durchschnittliche Erlös aus dem Bieterverfahren gezahlt.
 
Für I1-Überrüben von 15 Prozent des Quotenlieferrechts gilt bei 18 Prozent Zuckergehalt inklusive durchschnittlicher Nebeneistungen ein Preis von mindestens 24,50 Euro je Tonne. In der Regel ist der Anbau dieser Rüben nicht wirtschaftlich. Allerdings können diese I1-Überrüben genutzt werden, um z.B. angefangene Schläge mit Rüben vollständig zu bestellen oder hohe Zuckererträge sinnvoll zu verwerten.

Neue Zertifizierungsklausel

Einzige wesentliche Änderung gegenüber dem Vorjahr ist die Ergänzung einer Klausel für die Zertifizierung nach dem SAI-Nachhaltigkeitssystem (SAI = Sustainable Agriculture Initiative). SAI ist ein internationaler Zusammenschluss von großen Zuckerverwendern, die weltweit und länderübergreifend einheitliche Zertifizierungskriterien für verschiedene Agrarrohstoffe festlegen. Auch Nordzucker muss an dem Programm teilnehmen, um den Zuckerabsatz künftig sicher zu stellen.
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