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Pflanzenschutz

Neonicotinoide: EFSA prüft Notfallzulassungen

Piliertes Zuckerrübensaatgut
am Montag, 14.12.2020 - 12:15 (Jetzt kommentieren)

Mehrere europäische Länder haben Neonicotinoide per Notfallzulassung wieder erlaubt. Jetzt untersucht die EFSA, ob das Vorgehen angemessen war. Das ganze Bewertungssystem soll auf den Prüfstand kommen.

Die EFSA hat nun bekannt gegeben, dass sie die Notfallzulassungen einiger EU-Staaten für Neonicotinoide noch einmal überprüfen wird. Die europäische Behörde will so untersuchen, ob das Vorgehen der Mitgliedsstaaten gerechtfertigt ist. Dabei soll auch die derzeitige Verfügbarkeit von Pflanzenschutz-Alternativen in die Bewertung mit einfließen. Konkret geht es hier um den Einsatz als Beize im Zuckerrübenanbau.

EFSA: Biodiversität mehr berücksichtigen

Angesichts der Farm-To-Fork-Strategie und die Biodiversitätsstrategie will die EFSA aber auch untersuchen, ob die derzeitigen Bewertungsmethoden der Länder geeignet sind. Die Behörde will, dass die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln als Ziel künftig mehr berücksichtigt wird.

Anfang 2020 hatte die Europäische Kommission einen Antrag auf Wiederzulassung von Neonicotinoiden als Saatgutbeize bereits auf Anraten der EFSA abgelehnt.

Klöckner lehnt Neonicotinoide ab

Zehn europäische Mitgliedsstaaten haben den Neonicotinoiden daraufhin eine Notfallzulassung erteilt. Unter den betreffenden Ländern sind Polen, Belgien, Dänemark, Österreich und Spanien. Auch Frankreich hatte sich für eine solche Ausnahmegenehmigung ausgesprochen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass sie eine Notfallzulassung für Neonicotinoide in Deutschland ablehnt.

Gleichzeitig hat das BVL am Montag eine befristete Notfallzulassung für Rübensaatgut mit dem Neonicotinoid Thiamethoxam erteilt.

Mit Material von EFSA, AgE
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