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Zuckerrüben

Niedersachsen: Rübenernte bringt gute Erträge

von , am
27.11.2012

Peine - Die niedersächsischen Landwirte können sich im laufenden Jahr über eine sehr passable Rübenernte freuen. Ein Ende der Kampagne wird für Mitte Januar erwartet.

In diesem Jahr werden europaweit sehr gute Rübernerträge erzielt. © Mühlhausen/landpixel
"Bei guten Rübenerträgen und überdurchschnittlichen Qualitäten rechnen wir mit einem hohen Zuckerertrag", sagte der Vorsitzende des Zuckerrübenanbauverbandes Niedersachsen-Mitte (ZAV), Ralf Tegtmeyer vor rund 250 Teilnehmern bei der Mitgliederversammlung des Verbandes in Peine. Für das voraussichtlich gute Ernteergebnis machte er die bisher vorteilhaften Witterungsbedingungen für Ernte, Verladen und Transport verantwortlich.
 
Die frühe Aussaat der Rüben, angemessene Sommerniederschläge und der relativ trockene Herbst mit vielen Sonnenstunden hätten zu hohen Erträgen und besonders süßen Rüben in diesem Jahr geführt, erläuterte Tegtmeyer. Er stellte jedoch auch klar, dass die Kampagne noch nicht beendet sei und bis Ende Januar noch Rüben an die drei Fabriken des Verbandsgebietes in Clauen, Nordstemmen und Schladen geliefert würden. Bis dahin könne Frost und Schnee das Ernteergebnis noch beeinträchtigen.

Höhere Rübenpreise erwartet

Positiv beurteilte Tegtmeyer die Preisaussichten am Markt. Nachdem die Zuckerpreise vor einigen Jahren deutlich eingebrochen seien, würden aktuell alle Produkte aus den Zuckerrüben am Markt gefragt. "Zucker, Futtermittel und Bioethanol zeigen gute Preise, so dass mit rentablen Rübenpreisen zu rechnen ist", betonte der ZAV-Vorsitzende. Sein ganz besonderer Dank galt auf der Veranstaltung dem bisherigen Vorstandsmitglied Hermann Waßmuß aus Gustedt, der nach über 20 Jahren engagierter Verbandsarbeit sein Amt niederlegte. Neu in den Vorstand wurde Ralf Bartels gewählt, der ebenfalls in Gustedt beheimatet ist.

Lindemann setzt auf Versorgungssicherheit

In einem Gastvortrag zur Zukunft der Agrar- und Zuckerpolitik sprach sich der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann nach Angaben des ZAVgegen eine übereilte Reform der EU-Zuckermarktordnung aus. Er verwies auf die Wirkungen der letzten marktpolitischen Neuregelungen im Jahr 2006, die zu erheblichen Preiskürzungen und Produktionseinschränkungen geführt hätten, so dass die Europäische Union mittlerweile auf umfangreiche Zuckerimporte angewiesen sei. Zahlreiche Zuckerfabriken in Europa, darunter zwei in Niedersachsen, hätten deshalb geschlossen werden müssen. Gerade das letzte Jahr habe aber gezeigt, dass die Belieferung der EU nicht immer so erfolge, wie es notwendig wäre, betonte der Minister. Ihm zufolge gerieten die Lieferungen aus Übersee ins Stocken, so dass der Zucker teilweise knapp wurde.

Zuckermarktordnung bis 2020 beibehalten

Er setze sich deshalb für eine stabile heimische Zuckerproduktion ein und erteile Brüsseler Vorschlägen einer weiteren Liberalisierung des europäischen Zuckermarktes eine Absage. "Niedersachsen steht für die Verlängerung der bisherigen Regelungen zur Zuckerproduktion bis mindestens 2020 ein", betonte Lindemann vor der ZAV-Mitgliederversammlung. Die Rübenanbauer und Zuckerfabriken mit ihren Mitarbeitern bräuchten diese Planungssicherheit. Auch die Zuckerverarbeiter wie zum Beispiel die Getränke- und Süßwarenindustrie seien auf eine sichere und gleichmäßige Belieferung mit Zucker angewiesen.
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