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Zuckerrüben

Nord- und Südzucker unter Kartellverdacht

von , am
17.05.2013

Erst Kartoffel, jetzt Zucker: Die großen europäischen Zuckerfirmen stehen unter Verdacht der illegalen Preisabsprache. Die EU ermittelt gegen Konzerne aus Lettland, Ungarn, Rumänien und Deutschland.

Die drei größten deutschen Zuckerhersteller sollen jahrelang die Preise abgesprochen haben. © www.fotolia.de
Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Branchenriesen Nord- und Südzucker von 2004 bis 2011 illegale Preisabsprachen für Weißzucker getroffen haben, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ). Mehrere europäische Zuckerkonzerne sind am 23. April durchsucht worden, teilte die EU-Kommission mit. Auch Nord- und Südzucker bekam Besuch von den EU-Ermittlern in Begleitung nationaler Behörden.
 
 
Südzucker-Chef Wolfgang Heer bestätigte dies auf der Bilanzpressekonferenz am gestrigen Donnerstag. Der Nordzuckersprecher bejahte heute die Medienberichte ebenfalls: "Wir haben in vollem Umfang mit den Behörden kooperiert."

Marktmacht der Konzerne mindert Wettbewerb

Die kräftigen Preissteigerungen bei Zucker auf zeitweise über 700 Euro je Tonne ließen die Kartellwächter aufhorchen. Der EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia habe die Branche schon länger im Visier, heißt es in der SZ. Der europäische Zuckermarkt wird von sechs großen Zuckerkonzernen dominiert, die auf einen Marktanteil von 80 Prozent kommen. Dies mindert den Wettbewerb. Die Lebensmittelindustrie protestiert schon länger gegen diese Monopolsituation. Südzucker ist dabei der größte Zuckerproduzent in der EU. Bestätigt sich der Verdacht, drohen den Unternehmen Geldstrafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Südzucker befürchtet zudem für das laufende Geschäftsjahr Gewinneinbrüche.

Aktuell sorgt auch ein Kartellverdacht gegen Kartoffelverarbeiter für Aufsehen:

Zuckerrübenernte 2012: Rodung und Abfuhr aus einer Hand

 
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