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Zuckerrüben

Norddeutsche Anbauer: Nachhaltige Zuckerversorgung gefährdet

von , am
21.09.2011

Hannover - Der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) lehnt die kürzlich bekannt gewordenen Überlegungen der EU-Kommission für ein Auslaufen der Zuckerquotenregelung nach 2015 entschieden ab.

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© Michael Ottersbach/pixelio
Die Brüsseler Vorschläge beinhalteten das Risiko eines weiteren Rückgangs der Zuckererzeugung aus Rüben und einer steigenden Volatilität auf dem EU-Zuckermarkt, erklärte der Verband in einer Pressemitteilung.
 
Die jetzige Zuckermarktordnung sei dagegen ein Garant für ein hohes Maß an Versorgungssicherheit. Sie erlaube es, effektiv und flexibel sowohl auf Überschuss als auch auf Knappheitssituationen zu reagieren.

Fortsetzung der Zuckermarktordnung unverzichtbar

Laut Darstellung des DNZ haben die Entwicklungen der letzten zwei Jahre auf dem internationalen Zuckermarkt gezeigt, wie wichtig ein ausreichender Selbstversorgungsgrad gerade in einer zunehmend globalisierten Welt ist. Das bestehende Mengenmanagement sei deshalb in Verbindung mit den Rübenmindestpreisen weiterhin "ein unverzichtbares Instrument". Zudem entspreche die Beibehaltung der Regelung in ihrer jetzigen Ausgestaltung mit nationalen Quoten den Zielen der Kommission für einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und einer ausgewogenen regionalen Entwicklung. Zugleich verhindere sie eine unerwünschte Konzentration auf einige wenige Standorte sowie unnötige "Foodmiles".

Rübenpreise sollen nochmals um 20 Prozent sinken

Laut DNZ würden die Rübenpreise gemäß den Berechnungen der Kommission bis 2020 im Vergleich zu 2009/10 um rund 20 Prozent sinken. Schon diese Entwicklung mache den von der Kommission erwarteten Anstieg der EU-Erzeugung mehr als fraglich, zumal mit der Reform von 2006 bereits eine Senkung der Rübenmindestpreise um rund 40 Prozent erfolgt sei, was heute den Rübenanbau in vielen Regionen in Frage stelle. Der DNZ unterstrich "im Interesse der Aufrechterhaltung einer nachhaltigen Rüben- und Zuckererzeugung und der Versorgungssicherheit für die europäischen Verbraucher" die Notwendigkeit zur Fortsetzung des gegenwärtigen zuckerpolitischen Instrumentariums bis mindestens 2020. Dies stehe im Einklang mit der Stellungnahme des Europäischen Parlaments von Juni 2011.
 
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