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Polen erteilt Notfallzulassung für neonicotinoide Rübenbeize

Gebeiztes Rübensaatgut
am Montag, 07.12.2020 - 13:13 (Jetzt kommentieren)

In Polen können die Zuckerrübenanbauer auch im kommenden Jahr Saatgut mit neonicotinoider Beizung einsetzen.

Das Warschauer Landwirtschaftsministerium hat erneut eine zeitlich begrenzte Notfallzulassung für zwei Wirkstoffe erteilt. Demnach dürfen die Mittel Cruiser SB 600 FS von Syngenta und Montur Forte 230 FS von Bayer vom 2. Januar bis zum 1. Mai 2021 für die Behandlung von Zuckerrübensaatgut eingesetzt werden. Für die Produkte wurde eine maximale Ausbringfläche von jeweils 40 000 ha festgelegt. Das polnische Agrarressort hat damit im dritten Jahr in Folge eine Notfallzulassung für diese Art Beizmittel vorgenommen.

Rübenanbauer argumentieren mit wirtschaftlichen Verlusten

Vorausgegangen war am 9. November ein Antrag des Nationalen Verbandes der Zuckerrübenerzeuger (KZPBC) auf eine entsprechende Genehmigung für das Frühjahr 2021. Der Verband begründete den Antrag auf die Notfallzulassung damit, dass gegen die Rübenmotte keine geeigneten alternativen Wirkstoffe zu den Neonikotinoiden existierten. Ohne die Beizung mit diesen Wirkstoffen drohten erhebliche produktive und wirtschaftliche Ausfälle im Zuckerrübenanbau.

Frankreich hatte im Oktober als zwölftes EU-Partnerland Neonicotinoide per Notfallzulassung wieder erlaubt.

In Deutschland liegen entsprechende Anträge dem zuständigen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vor. Die SPD hat sich allerdings erst in der vergangenen Woche ausdrücklich gegen eine Notfallzulassung ausgesprochen, während sich CDU-Agrarsprecher Alois Gerig im Gespräch mit agrarheute zuversichtlich gab, dass auch in Deutschland eine Genehmigung noch vor Weihnachten erteilt wird.

Mit Material von AgE

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