Login
Zuckerrüben

Problemunkräuter in Rübenbeständen bekämpfen

von , am
20.04.2011

Bei ungünstiger Witterung ist eine Spritzung gegen Problemunkräuter in Rübenbeständen unbedingt notwendig. Bei Auswahl und Menge der Mittel muss folgendes beachtet werden:

Häufige Problemunkräuter sind Hundspetersilie, Amarant oder Bingelkraut. Bei ungünstiger Witterung (trocken-kalt, evtl. Nachtfrostrisiko, hohe Temperaturschwankungen) sollten diese unbedfingt bekämpft werden.

In diesen Fällen sind ECs oder ölige Formulierungen durch SC-Formulierungen (zum Beispiel Kontakt 320 SC) auszutauschen, insbesondere in Kombination mit Triflusulfuron. Das Triflusulfuron wird durch die ECs in der Aufnahme beschleunigt und überlastet kurzfristig den Abbaumetabolismus der wenig wüchsigen Rübe. Unter sehr kritischen Bedingungen ist zum Beispiel sogar eine reine PMP + Triflusulfuron + reduzierte Menge Metamitron-Kombination am verträglichsten, also ohne Ethofumesat. Sobald die Witterung das Wachstum der Rübe wieder begünstigt, muß dann nachgesetzt werden.

Grundregeln für den Triflusulzfuron-Einsatz

  • Beste Bekämpfung immer zu Beginn der Laubblattbildung eines Unkrautes bei sehr hoher Zellteilungsrate mit hohem Aminosäurebedarf, deren Synthese durch Triflusulfuron blockiert wird. Der Behandlungstermin orientiert sich an den Problem-Unkräutern.
  • Triflusulfuron immer im Block spritzen, also mindestens zweimal hintereinander, wobei die erste Spritzung immer die höhere Menge aufweisen soll.
  • Abstand zweier Triflusulfuron-Mischungen hintereinander: Bei wüchsigem Wetter 6 - 8 Tage, bei weniger wüchsigem, eher kühlem Wetter: 10 - 12 Tage.
  • In Höhenlagen Triflusulfuron reduzieren (höhere UV-Strahlung).
  • Keine Mischung von Triflusulfuron mit Chloridazon+Quinmerac oder Clopyralid, außer es herrschen feuchte Bodenverhältnisse, unter denen dann das Quinmerac zumindest über den Boden gut wirkt.
  • Die systemische Wirkung des Triflusulfuron wird durch photosystemisch wirksame Herbizidwirkstoffe (PSII-Hemmer) beeinträchtigt, wenn zur und nach der Spritzung sonniges Wetter herrscht, das die Wirkung der PSII-Hemmer begünstigt und beschleunigt. DMP und PMP sind wenig oder kaum wasserlöslich, deshalb findet praktisch kaum eine Verteilung dieser Mittel im Blatt statt. Das Triflusulfuron findet meist noch genügend Wirkzonen, um sich zu verteilen und wirken zu können.

Bei sonnigem Wetter weniger Metamitron spritzen

Anders sieht es beim Metamitron aus, das sehr gut wasserlöslich ist und sich schnell im Blatt verteilt und die Chloroplasten schneller zerstört, als das Triflusulfuron wirken kann. Wenn also die Bekämpfung triflusulfuron-sensitiver Problemunkräuter wie Bingelkraut, Amarant oder Hundspetersilie und auch Klettenlabkraut beziehungsweise Ausfallraps im Vordergrund steht, dann muss vor allem bei sonnigem Wetter die Metamitronmenge knapper gehalten werden. Das Chloridazon ist langsamer und bereitete bisher keine Probleme bezüglich der Triflusulfuron-Wirkung.
 
Häufig werden wir mit Vorbehalten gegen einen Triflusulfuron-Einsatz in der NAK1 konfrontiert, obwohl das in der Regel die besten Erfolge in der Gesamtspritzfolge brachte. Im Zweifelsfall ist dabei dann das Ethofumesat zu begrenzen. Beim Ethofumesat-Einsatz im Vorauflauf kann sogar ganz darauf verzichtet werden.
Auch interessant