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Zuckerrüben

Wie robust sind die Rübenkeimlinge?

von , am
25.03.2014

Nach einer frühen Saat und Temperaturen über 20 Grad Celsius droht in manchen Gegenden leichter Frost bei dann wieder ansteigenden Temperaturen. Feuchtigkeit erhöht zudem die Gefahr durch Schnecken.

© Mühlhausen/landpixel
Unter den momentan feuchten Bedingungen sind junge, aufgelaufene Rübenpflanzen laut liz durch erste Schnecken gefährdet. Das Potential der Schädigung dürfe nicht unterschätzt werden. Daher ist die Kontrolle und gegebenenfalls die Bekämpfung konsequent durchzuführen. Bei kleinen Pflanzen könne die Schädigung bis in den Vegetationskegel gehen. Dann ist ein weiteres Wachstum der gesamten Pflanze gefährdet.
 
Die Kontrolle auf Schnecken und deren Aktivität könne einfach mit einem befeuchteten Jutesack oder einer speziellen Schneckenfolie durchgeführt werden. Werden am Morgen Schleimspuren in der Nähe oder unter den Testfolien gefunden, sollte sich eine Bekämpfung mit geeigneten Mitteln unverzüglich anschließen. Es sollte nicht auf die ersten Schäden an den noch jungen Rüben gewartet werden.

Kontrolle auf Schnecken

Wie die gerade auflaufenden Rüben den wechselnden Temperaturen der nächsten Tage begegnen fragt der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (liz) in einer akuellen Meldung. Unter normalen Bedingungen sollten die Keimlinge, die beim Durchstoßen der Bodenoberfläche am empfindlichsten sind, einen kurzzeitigen Temperaturabfall bis zu -3°C vertragen. Allerdings werde die Frostempfindlichkeit erhöht:
  • auf trockenen Böden
  • bei großer Tag/Nacht-Temperaturdifferenz in Senken (Kälteseen)
  • auf Kuppen (Windeffekte)
  • nach Einsatz von Bodenherbiziden
In fünf bis sechs Tagen sollten betroffene Schläge auf Ausfälle kontrolliert werden.

Düngebedarfsermittlung

Für die Düngebedarfsermittlung bei Zuckerrüben wird laut einer Meldung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen der langjährig bewährte Sollwert in Höhe von 160 kg N/ha herangezogen. Die zu düngende Stickstoffmenge ergibt sich aus dem kulturspezifischen N-Bedarf (Sollwert) abzüglich der N-Vorräte im Boden. Das setzt eine genaue standortbezogene Ermittlung des Düngebedarfs voraus. Die Durchführung einer Nmin-Untersuchung im Frühjahr vor der Stickstoffdüngung sollte deshalb angestrebt werden. Besonders bei erfolgter organischer Düngung mit Zwischenfruchtanbau im Herbst biete eine eigene Nmin-Beprobung Planungssicherheit.
Auf leichten Standorten liegen die Nmin-Werte im Frühjahr 2014 aufgrund der fehlenden Winterniederschläge oft höher als in den Vorjahren. Die milde Witterung habe laut LWK Niedersachsen aber auch dazu geführt, dass Zwischenfruchtbestände häufig nicht abgefroren sind, und nun Stickstoff noch in der organischen Masse binden. Auf diesen Standorten sind die Nmin-Werte vermehrt niedriger als in den Jahren zuvor. Dieser gebundene Stickstoff wird aber im Laufe der Vegetation freigesetzt werden. Daher kann der Sollwert für solche Flächen um 20 kg N/ha reduziert werden. So wird Dünger eingespart.
 
Das Sollwertsystem berücksichtigt neben dem Zwischenfruchtanbau auch weitere standortabhängige Faktoren wie organische Düngung und das N-Nachlieferungsvermögen des Bodens. Diese Sollwertkorrektur sieht je nach Standort und Bewirtschaftung mengenmäßige Zu- und Abschläge vor. So können bei Standorten mit schlechter N-Nachlieferung Zuschläge von +20 bis +40 kg N/ha erfolgen.
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