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Proberodungen

Rüben trotzen der Hitze - teilweise

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Karl Bockholt, agrarheute
am
09.08.2018

Die Variation der Rübenbestände ist zur Zeit groß: Einerseits gibt es sattgrüne und blattüppige Bestände. Andererseits jedoch zeigt sich der Trockenstress durch geringe Blattmengen, permanente Welke und geringe Wachstumsraten.

Die Proberodungen sollen abschätzen, welchen Ertrag und welche Qualität die Rüben bringen. Doch noch nie zuvor war die Folgewitterung so entscheidend für den weiteren Ertragsverlauf wie in diesem Jahr.

Heftige Probleme mit Rüben im Osten

In vielen Regionen Deutschlands kommt die Zuckerrübe noch erstaunlich gut zurecht. In einigen Gebieten jedoch, zum Beispiel in Sachsen-Anhalt, sieht es zum Teil katastrophal aus. Die Bestände haben seit der Saat unter Trockenheit und Hitze gelitten und verwelken zurzeit.

Am 13. August werden zusätzlich Rübenbestände in den Gegenden um Söllingen und Querfurt sowie im Rheinland mit beprobt. In den Regionen Wetterau, Ochsenfurt und Straubing/Plattling hat der Rübenzüchter Strube D&S am 30. Juli Proberodungen durchgeführt.

Erste Rüben-Ergebnisse aus dem Süden

In den am 30. Juli beprobten Schlägen im Süden fielen die Zuckergehalte erwartungsgemäß überdurchschnittlich hoch aus. Die Rübenerträge bewegen sich zur Zeit noch auf dem Niveau des 5-jährigen Mittels. Die Wassersituation war insgesamt weniger angespannt als im Norden, aber regional sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Die erste Proberodung wurde am 30. und 31. Juli auf 17 Standorten durchgeführt. Das durchschnittliche Rübengewicht beträgt 651 g. Das sind 13 Prozent über dem 5-jährigen Schnitt. Die rechnerischen Erträge liegen bei knapp 64 t/ha. Bedingt durch die Witterung haben die Rüben auch einen hohen Zuckergehalt von 17,9 Prozent. Das ist höher als der 5-jährige Schnitt.

Wegen der guten Saatbedingungen und anfänglichen Vegetation haben sich die Rüben oft gut entwickelt und einen Wachstumsvorsprung von zwei Wochen. Das schlägt sich in den Werten der ersten Proberodung nieder. Wie sich die extreme Dürre der vergangenen Wochen auf die Bestände auswirkt, werden die folgenden Proberodungen zeigen.

Weiter Hoffnung auf Rübenernte im Westen

Die Rüben im Westen halten sich regional noch sehr wacker. Das zeigten kleine Vorbeprobungen aus der Soester Börde. Dort wird seit 1983 jedes Jahr am 10. Juli das Rübengewicht aus einer Auswahl von 30 Schlägen ermittelt. Mittlerweile umfasst die Zahlenreihe 35 Jahre und lässt sich mit den Soester Kampagnewerten gut in Beziehungs setzen. Das Kampagneergebnisses lässt sich so abschätzen.

In diesem Jahr wog am 10. Juli eine Rübe im Soester Raum durchschnittlich 340 Gramm. Mehr als in den Jahren davor zu dem Zeitpunkt. Daraus errechnen sich durchschnittliche Rübenerträge von ca. 85 t/ha.

Die Ergebnisse der ersten Proberodung im Kasseler und Wetterauer Gebiet sind trotz der langanhaltenden Trockenheit in einem akzeptierbaren Bereich. Das Rübengewicht liegt rund 18 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Dennoch ist das leicht über dem 5-jährigen Durchschnitt. Je nach Standort gibt es teilweise starke Abweichungen. 

Die Zuckergehalte sind sehr vielversprechend und aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung oft weit über dem 5-jährigen Mittel. Dennoch befinden sich die Rüben wegen der anhaltenden Dürre in einem teilweise kritischen Zustand. Sie benötigen dringend Wasser.

Ausführliche Ergebnisse bei Strube D&S und bei Südzucker.

Mit Material von Strube D&S, Südzucker

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