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Zuckerrüben

Rübenbestände: Wann und wie Ungräser bekämpfen?

© agrar-press
von , am
25.04.2014

Elsdorf - Zwar stehen die meisten Rübenbestände gut, doch gibt es hier und da Lücken. Welche Ursachen das hat, erklärt der LIZ. Außerdem gibt es Tipps zur Unkrautbekämpfung und Kaliumdüngung.

Blattkrankheiten können bei den Rüben zu empfindlichen Ertragseinbußen führen. © agrar-press
Die Rübenbestände haben sich nach Angaben des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes Zuckerrübe (LIZ) gut entwickelt. Dennoch gibt es Bestände, die Lücken aufweisen. Welche Ursachen dahinter stehen, worauf in Bezug der Unkrautbekämpfung zu achten ist, und wann der optimale Zeitpunkt für eine Bekämpfung ansteht, erklärt der LIZ. Außerdem gibt es einen Tipp zur Kaliumgabe in den Beständen.  

Herbizide in die Tankmischung

Wie der LIZ berichtet, haben die Rüben, die bisher im Trockenen lagen, beste Bedingungen, um mit der Keimung zu beginnen. In Bezug auf die Unkrautbekämpfung sei zu beachten, dass bodenwirksame Herbizide in die Tankmischung gehören. Je nach Niederschlagsmenge, sollten jedoch die blattaktiven Mittel reduziert werden.
 
Letzteres sei entscheidend, da durch die Niederschläge keine beziehungsweise nur noch eine geringe Wachsschicht auf den Rübenblättern vorhanden ist. In den Regionen, in denen bisher so gut wie kein Niederschlag gefallen ist, sollten höhere Mengen an blattaktiven Mitteln zum Einsatz kommen und zugleich bodenwirksame Mittel nicht vernachlässigt werden, rät das LIZ.

Bekämpfung von Ungräsern

Zur Bekämpfung von Ungräsern ist laut LIZ der optimale Bekämpfungszeitpunkt erreicht, wenn die Ungräser zwei bis vier Blätter aufweisen. Eine Ausnahme ist die Quecke, bei der eine Wuchshöhe von 15 bis 20 Zentimeter (cm) abgewartet werden sollte. Bei der Verwendung von Graminiziden ist zu beachten, dass die Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent (%) und die Tagestemperaturen über zehn Grad liegen sollten.
 
Der Zeitpunkt der Gräserbekämpfung fällt häufig mit der zweiten oder dritten Gabe der NAK (Nachauflaufbehandlung im Keimblattstadium) zusammen. Landwirte sollten laut LIZ prüfen, ob die Graminizidmaßnahme solo oder in Kombination mit einer Herbizidmaßnahme erfolgen kann. Eine Trennung von Graminizid- und Herbizidmaßnahme sollte immer dann erfolgen, wenn: 
  • der Grasdruck sehr stark ist
  • die Rüben gestresst sind
  • eine "aggressive" Herbizidmaßnahme ansteht
  • Quecken in der Ungrasflora enthalten sind
Zeitlich sollte die Graminizidmaßnahme zwei Tage vor oder fünf bis sieben Tage nach der Herbizidmaßnahme erfolgen.
 
Immer häufiger seien der LIZ zufolge Resistenzen beim Ackerfuchsschwanz zu beobachten. Ratsam sei dann die Verwendung von 'dim-Produkte' (Focus ultra 1,5 l/ha und 1,5 l/dash oder 0,75 Select und 0,75 Para Sommer).  

Kalium nachdüngen

Der LIZ rät den Landwirten außerdem, Kalium im Blick und zu haben und gegebenenfalls nachzudüngen. Zwischen dem vierten und dem sechsten Blattstadium sollte der Zuckerrübe die notwendige Restmenge an Kalium zugeführt werden.
 
Wichtig ist, dass der Pflanzenbestand für diese Maßnahme trocken sein muss. Bei einem erwarteten Rübenertrag von 70 Tonnen pro Hektar (ha) und der Bodengehaltsklasse C sollten insgesamt 200 bis 240 Kilogramm pro Hektar K20 gedüngt werden.

Wieso der Bestand Lücken aufweist ...

Nach LIZ-Angaben präsentieren sich die Rüben insgesamt gut. Dennoch fallen hier und da Schläge mit lückigen und ungleichmäßigen Beständen auf.  Das kann folgende Ursachen haben:
 
Überlagertes Saatgut
Während der Überlagerung verliert Saatgut an Triebkraft und Keimfähigkeit. Vor allem dort, wo altes Saatgut nicht untergemischt wurde, werden die Pflanzenausfälle offensichtlich. Die Pillen beginnen in vielen Fällen zwar noch mit der Keimung, die weitere Entwicklung ist aber stark verzögert oder stoppt sogar vollkommen. Somit sollte die Verwendung überlagerten Saatguts möglichst vermieden werden.
 
Trockenheit
Auf den ab Ende März gesäten Flächen kam es aufgrund rascher Auftrocknung nach der ersten Bodenbearbeitungsmaßnahme und in der Folge eines klutigen Saatbetts nicht selten zu Problemen bei der Keimung. Durch das unterschiedliche Wasserangebot kommt es nach zum Teil zögerlichem Aufgang zu deutlichen Entwicklungsunterschieden, sogenannten Etagenrüben. Problematisch bei dieser Pflanzenentwicklung ist vor allem die erschwerte Unkrautbekämpfung.
 
Schädlinge
Hier wird besonders auf den Befall mit Bodenschädlingen wie Larven der Sumpf-/Kohlschnake (Tipula) aufmerksam gemacht. Diese nagen im und auch knapp oberhalb des Bodens das Hypokotyl durch.
 
Außerdem soll es schlagweise zu umbruchwürdigem Schaden durch Mäusefraß an den noch nicht gekeimten Pillen gekommen sein. Durch Schnecken verursachter Schaden tritt in diesem Jahr seltener auf.
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